Dienstag, 27. Dezember 2011

Eindrücke



Fotos von der Taufe: Philemon, Aladjin und Fr. Konteh. Mehr Bilder konnte ich heute nicht runterladen. Schade.

Evelyne und Bernhard Teil 2

Micah und das Leben in Afrika

Eindrücklich wie Micah sich in Sierra Leone wohl fühlt. So stösst er Schreie aus wie ein Indianerhäuptling. Mit Vorliebe macht er dies in klimatisierten Restaurants. Dabei sorgt er sich nicht um die NGO Frauen und Männer, welche – gebeugt über den Laptop – intensiv arbeiten. Er freut sich über jede neue Mahlzeit. Er scheint zu ahnen, dass ihm zu diesem Thema eine interessante Zukunft wartet: denn von seinem auf den Tisch gestellten Baby-relax aus studiert er mit seinen lachenden und interessierten Augen was sich in den Tellern der Eltern und Grosseltern befindet..… noch ohne zu wissen, dass es unanständig ist, in die Teller der anderen zu schauen. Ja, Micah hat sehr ausdrucksvolle Augen: einmal lachend, dann charmant, philosophierend, neugierig, beobachtend und manchmal beunruhigt.

Micah wandert von einem Arm in den andern. Trotzdem weiss er den Unterschied, wen er kennt, sehr gut kennt oder gar nicht.

Freetown olé

Heute fährt Bernhard allein zur einzigen Post in Freetown. Wir verschicken 8 Postkarten. Wieviele werden ankommen? Bis jetzt eine! Auf der Rückfahrt ist Bernhard gut beladen mit einer riesigen herrlichen Ananas und eingepfercht in einem Taxi (hinten 4 statt zwei Passagiere). Da meinte der Taxichauffeur, dass er in eine andere Richtung fahren und ich für die kurze Strecke nichts zahlen müsse. Bernhard kontrollierte trotzdem seinen Geldbeutel während des Aussteigens. Trotz Reisverschluss fehlte er! Deshalb meint Bernhard erschrocken: “mein Geldbeutel fehlt mir!” sucht auf dem Sitz und findet nichts. Schliesslich stellt der Sitznachbar fest, dass er auf dem Geldbeutel sitzt. Sehr hilfsbereit zeigt er Bernhard, dass noch alles Geld im Geldbeutel ist. Bernhard sagt danke und alles ist in Ordnung! Zuhause merkt Bernhard, dass er seine drei Zeitungen vergessen hat. Wahrscheinlich im Taxi….

Sabine, welche sich um Strassenkinder kümmert, kehrt an einem Abend nach einem Besuch bei uns mit ihrem Auto nach Hause zurück. Sie nimmt Abschied doch schon 5 Min. später klingelt das Telefon: ihr 4x4 ist in einem Loch auf der Strasse stecken geblieben. Eigentlich sind wir erstaunt, dass sich dies nicht häufiger und vor allem mit gewöhnlichen Autos ereignet. Zwitschi und Alemani gehen ihr helfen (im Dunkeln; es hat keine Strassenlaternen). Am Ort angekommen, war alles in Ordnung, denn beinahe ein Dutzend Sierraleoner haben der armen Sabine geholfen. Ist man in einer Notlage, dann sind immer Leute zur Stelle, um zu helfen. Olé Freetown!

Dritter Teil: Wir gehen für einen kleinen Kaffee ins Bliss Restaurant. Beim Absitzen bemerke ich, dass ich ein Glas meiner Sonnenbrille verloren habe. Ich erinnere mich, dass ich sie vor dem Eintreten abgenommen habe. Ohne grosse Hoffnung gehe ich nochmals hinaus, doch ich finde kein Glas. Ich erkläre auf Englisch meine Situation einem Jungen, der vor der Türe putzt. Ohne ein Wort zu sprechen, führt er mich zum Abfallkübel. Er hatte das Brillenglas sorgfältig ohne es zu beschädigen in den Abfallkübel zuoberst auf den Abfall gelegt. Super Freetown!

Der Hahn ist tot ! (“le coq est mort”, ein Lied)

An diesem Tag hat Zwitschi eine Überraschung für Annick: er fährt sie zur Musikschule. Wir hüten Micah (Bad, essen, dodo….). Bernhard sieht einen Sierrleoner (ein anderer Philipp!) im Garten hinter einem Hahn herrennen. Dieser flüchtet sich aufs Dach des Nebengebäudes. Kurz danach ruft uns Micah aus seinem Zimmer und ich sehe durchs Fenster wie der Hahn noch halblebend in ein Erdloch geworfen wird. Noch ein zweites Mal springt Philipp vorbei und wirft einen Haufen Unkraut auf den Hahn. Ja, der Hahn ist tot. Warum wird er nicht gegessen? Was sicher ist: er wird nicht mehr sein morgendliches kikeriki singen. Wir werden nie wissen, warum der Hahn nicht in der Pfanne landete.

“Concerto grosso”

Am Morgen (4 Uhr) sind es die Hähne der ganzen Region. Beim Einnachten sind es die Hunde der Umgebung, welche ihr trauriges Lied beginnen. Und es sind viele. Es ist wie bei einer Kette, der eine schickt die Botschaft zum andern, und dann kommt die Antwort, ein Echo wird geheult. Das erinnert mich an den Film von Walt Disney “Susi und der Landstreicher” (La belle et le clochard). Zur Abwechslung – doch während unserer Ferien selten – summen die Generatoren wegen einer Strompanne! - - - - Und in dieser Umgebung schläft Micah: tief !

So, dies ist der Schluss, hoffentlich haben euch unsere Anektoden nicht zu sehr gelangweilt. Wir haben bei den drei Langlötzli super Ferien verbracht!

Montag, 26. Dezember 2011

Mama und Papa Lerchs Blogeintrag Teil 1

Oh Merry !

Kurz nach unserer Ankunft erklärte Annick, dass trotz unserer Anwesenheit 2x pro Woche am Nachmittag die Nani kommt, um für Mica zu schauen. Evelyn und ich waren etwas verwundert und fragten, ob Annick meine, Micah werde uns überfordern. Wie oft in Afrika kommen wir überein einmal abzuwarten.

Es war Dienstag nachmittag, schön heiss und Micah wollte nur noch in den Armen bleiben. Merry, welche um 15 00 erscheinen sollte, war auch um 15 45 noch nicht sichtbar. Da ertapte ich mich, wie ich mit Micah auf den Armen immer öfters durchs Fenster auf die menschenleere Zufahrt blickte. Als sich dann endlich um 16 Uhr die Gartentüre öffnete, musste ich zum Fenster als Empfang singen: Oh Merry, oh Merry (in der Melodie von Oh Mami, oh Mami blue). Kaum waren Hände und Arme gewaschen, war der verschwitzte Micah in Merys Armen. So tanzten die beiden im Rythmus afrikanischer Musik durch die ganze Wohnung………und Micah entschloss sich endgültig noch lange nicht einzuschlafen….

Stromunterbrüche

Vieles hat sich geändert seit den letzten Ferien hier. Nur noch 2 Stromunterbrüche! Der erste 2-3 Stunden, der zweite 2-3 Tage. Auch der laute Lärm des Generators hinter dem Haus hat sich auf einen normalen Lärmpegel eingespielt. Beim 3-tägigen Unterbruch richtete sich unser Speisezettel nach der Dringlichkeit der Waren im Frigo. Bald hätten auch der Raclettkäse und die Pralinen dran glauben müssen…….

Auch in den Büros musste man sich mit dem Stromunterbruch abfinden. Ein Mitarbeiter von Zwitschi beschrieb dies sehr anschaulich: die Angestellten erscheinen am Morgen, setzen sich vor den PC und nichts passiert bis sie am Abend nach Hause gehen. Richtig afrikanisch? Nicht unbedingt.

Die Musikschule Balanta gab am 1. November ein Konzert im British Council. Über 200 Zuhörer beobachteten den etwa 30-köpfigen Chor und dessen Dirigent, als es für ca. 5 Min. stockfinster wurde: Stromunterbruch! Doch der Chor sang weiter, der Dirigent dirigierte und die Zuhörer hörten mäuschenstill zu! Für einmal mussten sich die Zuhör allein auf die Musik konzentrieren. Als das Licht wieder anging, waren Chor und Dirigent immernoch im Takt. Ist diese Disziplin typisch schweizerisch? Oder hätte in der Schweiz ein Tumult begonnen?

Wahlen

Ein Kollege von Zwitschi ist der Sohn eines Dorfchefs von einem Dorf in der Umgebung von Bo. Wir fragten ihn, ob er Nachfolger seines Vaters werden möchte. Da erklärte er uns, dass nicht er oder sein Vater dies bestimmen kann, sondern dass dazu Wahlen notwendig sind. Damit traf er meine schweizerischen Gefühle. Voller Bewunderung fragte ich ihn, ob solche Wahlen ihren Ursprung aus der Kolonialzeit haben oder ob dies einer alten lokalen Tradition entspricht. Meine Begeisterung wurde etwas gedämpft, als er mir erklärte, dass sich die Stimmberechtigten auf einen engen Kreis von Familienangehörigen beschränken. Somit macht uns Sierra Leone nicht streitig, dass die Schweiz eine der ältesten Demokratien ist.

Im Nachhinein kamen mir dazu weitere Gedanken: Bei den Wahlen der eidgenössischen Parlamentarier beteiligten sich ein Drittel der Stimmberechtigten. Resultat: keine Änderung. Wird der Unterschied Sierra Leone zur Schweiz überschätzt?

Greyezer vollreif

Zwitschi erzählte uns, dass eine Europäerin in Freetown Besuch aus der Heimat bekam, welche ihr die europäischen Spezialitäten verschlang. Das sollte mir nicht passieren: So herrliche Früchte, frisches Gemüse und Salate vom Markt oder im Restaurant und wenn nötig europäische Waren aus den Supermärkten von Freetown. Was sollte mich da ein Stück Greyezer interessieren? Doch am drittletzten Abend vor der Heimreise geschah es: Ich schnitt mir eine rechtes Stück Greyezer ab und glaubte eine Reaktion bei Zwitschi und Annick zu verspüren. Danach schnitt auch Zwitschi für Annick und sich je drei feine Tranchen ab. Alles zusammen war kleiner als mein Stück! Zeit für meine Heimreise.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Tropischer Regen

Heute morgen begann es wider Erwarten sehr heftig zu regnen. In den letzten 2 Jahren haben wir es nicht erlebt, dass es im Dezember derart geschüttet hat. Durch den starken Wind regnete es auf der Ostseite in die Zimmer, sodass Annick und ich beschäftigt waren, die Räume zu trocknen. Selbst mit geschlossenen Fenstern fand das Wasser seinen Weg ins Haus. Da seit einer Woche kein Tropfen Wasser mehr in unseren Tank geflossen ist, haben wir - wie die grosse Mehrheit der Sierra Leoner - die Chance genutzt und alle unsere Eimer vor das Haus gestellt. Und zwar so, dass alle Eimer in einer Linie von der leckenden "Dachrinne" profitierten. Es war dies das erste Mal, dass wir zu dieser Massnahme greifen mussten.
Diese Erfahrung gab mir einen kleinen Einblick, mit welchen täglichen Herausforderungen meine Sierra Leonischen Kollegen und Freunde zu kämpfen haben. Der tropische Regen scheint Fluch und Segen, Tod und Leben mit sich zu bringen. Für all die Leute, die auf der Strasse auf ein Taxi warten, bedeutet es, innerhalb von Sekunden vollkommen durchnässt zu sein. Für andere, dass das Haus, soweit man von Haus sprechen kann, überflutet wird. Manchmal werden einzelne Lehm oder Blechhütten weggeschwemmt. Gleichzeitig aber heisst Regen, wie auch in unserem Fall heute morgen, Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen etc..

Sonntag, 27. November 2011

Unsere Freunde in Glarner Farben


Stolz präsentieren Nesto, Josephine und Kinder das Glarner Textil, welches sie von Barbara geschenkt erhalten haben. Irgendwie scheinen die Muster und Farben den Sierra Leonern noch besser zu stehen als den Glarnern!

Dienstag, 8. November 2011

Micah´s Taufe:zwischen Faux pax und Freude

Im kleinen Rahmen mit unseren Sierra Leonischen Freunden und Evelyne und Bernhard (Annicks Eltern) haben wir die Taufe von Micah gefeiert. Hier wird dieser Anlass Christening genannt. Begonnen hat es mit einem Knall. Wir haben nämlich als symbolische Taufpaten meine Arbeitskollegin Cecilia und unseren guten Freund Aladjin gewählt. Da Father Konteh, mein Chef, aus Termingründen (besser gesagt chronischer Überarbeitung) die Vorbereitung der Zeremonie auf 15 Minuten vor die Taufe legte, sollten Annick, ich und die Taufpaten kurz die Zeremonie besprechen. Als ich Aladjin bei Namen rief, um zu uns zu kommen, sah mich Father Konteh ungläubig an und meinte sofort, dass könne doch wohl nicht wahr sein. Aladjin, ja ein muslimer Name, impliziert klar, dass er kein Katholik ist. Vor unserem Freund tat er seine Irritation und seinen Ärger kund und belehrte uns, dass es gerade DIE Aufgabe der Taufpaten sei, Micah in seinem Glauben, also katholisch zu stärken und führen. Ich war komplett geschockt vor der Reaktion Father Konteh´s und fühlte mich deart unwohl, dass Aladjin sich das alles anhören musste. Aufgrund meiner Unwissenheit! Ich hatte doch tatsächlich geglaubt, die ursprüngliche Hauptaufgabe eines Paten sei, sich um den Getauften zu kümmern, falls die Eltern sterben. Ich habe nie den katholischen Unterricht geschwänzt, aber offensichtlich doch eine kleine Wichtigkeit nicht mitgekriegt. Oh, wie habe ich mich geschämt! Und dabei habe ich Romantiker gedacht, dass es toll sei, wenn Micah ein christliches und muslimes Erbe erhält und damit die gelebte religiöse Toleranz in Sierra Leone in sich trägt.
Die Atmoshäre im Besprechungszimmer war eisig und ich fühlte mich erstarrt. Wir haben dann kurz entschlossen gehandelt und im Einvernehmen mit Aladjin unseren nigerianischen Freund Philemon angefragt, als Pate zu amten. Immerhin klingt Philemon christlich (auch wenn er kein Katholik ist.....).

Der Gottesdienst begann und ich war völlig angespannt, während Annick das Ganze viel lockerer zu nehmen schien. Die Anspannung legte sich langsam, als ich immer mehr die Anwesenheit unserer Freunde spürte. Und innerlich sagte ich mir: Nun denn, was ich auch immer gemacht habe, ich werde voller Stolz und Freude vor unsere Freunde stehen und Micahs Namen verkünden. Und dann zeigte Father Konteh seine ganze Grösse (die zweifelsfroh in ihm ist), als er spontan über die traditionelle Zeremonie der Namensgebung in Sierra Leone sprach und Aladjin (our special friend Aladjin, so seine Worte) bat, Micah zu nehmen und mit ihm aus der Kirche zu gehen, um ihm symbolisch der Welt und der Gemeinschaft vorzustellen.

Danach sassen wir im Haus von Father Konteh mit unseren Freunden zusammen und erfreuten uns an der Herzlichkeit, die uns umgab. Ein Gefühl von Zusammengehörigkeit machte sich in mir breit und echte Dankbarkeit, dies zu erleben. Den Höhepunkt (klar, nach dem Gottesdienst, um keine weiteren Skandale anzuzetteln....) war ein Kurzauftritt von 3 langjährigen Bandmitglieder von Annicks Grouvy Colours. Sie komponierten einen Song für Micah, einfach umwerfend. Diesen Song werden wir an seiner Hochzeit laufen lassen, by God i´n powa (so Gott will).
Ein unglaublich intensiver Tag, an welchem wir durch die gegensätzlichsten Gefühle gingen. Typisch Sierra Leone!


Jugendarbeitslosigkeit

Heute Nachmittag fuhr ich mit einem holländischen Trainer und Lansana (meinem Mitarbeiter) im Auto, als der holländische Trainer die Frage stellte, was all die Jugendlichen auf der Strasse machen. Er meinte, dass es überrascht sei, so viele Jugendliche am Tag schlafen zu sehen. Lansana erklärte ihm aus seiner Sicht die Gründe für die hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere der unter 30-jährigen. Auf die Frage des holländischen Trainers, wie die Jugendlichen den ohne Lohn überleben, sinnierte Lansana zuerst eine Weile, um dann festzustellen "basically, God plays a miracle!" (hauptsächlich liegt es daran, dass Gott Wunder vollbringt). Und so scheint es. Denn wie anders soll es möglich sein, dass so viele Menschen mit so wenig Tag für Tag überleben??? Das ist echt ein Rätsel.

Samstag, 22. Oktober 2011

Maligba der Priester, Philipp der Retter

Kürzlich leitete ich ein 3-tägiges Training in nonviolent communication mit Priestern, welches sich als ein überraschender Höhepunkt meiner Arbeit herausstellte. Das Interesse und die Offenheit der Priester (inklusive Erzbischof), über sich selbst zu reflektieren, hat mich beeindruckt. Wir hatten zusammen auch viel Spass, so z.B. als jemand bemerkte, dass es immer weniger junge Leute gebe, die ins Priesterseminar (Priesterausbildung) gehen. Darauf sprach ich meinen Kollegen Lansana mit leiser Stimme an, dass dies eine Aufforderung für ihn sei. Der Erzbischof, der dies wohl gehört haben muss, lachte und stellte klar, dass er eher an den zükünftigen Rev. Fr. Maligba (3. Vorname von Micah) gedacht habe!!!!!!!!
Sicher aber langsam befinden wir uns im Abschluss unserer Zeit in Sierra Leone, da gewisse Termine mit der AGEH so gelegen sind, dass wir Ende Januar zurück in die Schweiz kommen. Es bleiben uns also noch 3 ganze Monate. Aus meiner Sicht ist es nicht einfach zu erleben, wie meine Organisation seit Monaten in einer internen Krise steckt. Alles, was bisher unternommen wurde, ist die Suspendierung eines Mitarbeiters und die Untersuchung gewisser Bereiche (die Redaktion darf keine weiteren Details nennen) durch Drittpersonen. Während die Führungspersonen unter mächtigem Druck von Aussen stehen und versuchen, sich über Wasser zu halten, fühlen sich die jüngeren Mitarbeiter von ihren Chefs alleingelassen. Die ganze Atmosphäre in unserem Büro ist manchmal derart bedrückend und demotiverend, dass ich mich an gewissen Tagen nach einigen Stunden ebenfalls so fühle. Wie auch immer, letzten Montag anlässlich des generellen Wochenmeetings, in Abwesenheit der Chefs, wurde von meinen Mitarbeitern viel ausgesprochen. Es wurde die dringende Bitte an mich gerichtet, mich für sie einzusetzen, um das Arbeitsleben wieder angenehmer zu gestalten (natürlich inklusive Lohnerhöhung; ein Kollege sagte, dass es sich für USD 100 gar nicht lohne zu arbeiten, wenn man noch Transport und andere Kosten habe). Als ich Klärung wollte, warum sie mich dafür bitten, meinte meine Kollegin, dass ich ihr Retter (saviour) sei, da ich ihre Herausforderungen im Arbeitsalltag besser kenne als die Chefs und sich sonst niemand für sie einsetze. Bei dem Wort Retter, sackte ich symbolisch im Stuhl zusammen, um anzudeuten, welcher Druck damit verbunden ist. Meine Kollegen verstanden und baten mich dennoch, mich für sie stark zu machen. Ich habe ja noch 3 Monate Zeit.......

Sonntag, 16. Oktober 2011

Cou cou!


Es ist grad 4 Uhr morgens bei uns, ich kann irgendwie überhaupt nicht schlafen (zuviele Themen, die mich beschäftigen) und da hab ich doch gedacht, dass es nicht schaden kann, wieder ein paar Fotos auf den Blog zu tun. Vor allem ist die Internetverbindung ziemlich gut, da ja die meisten am schlafen sind und somit das Netz nicht überlastet ist... (eigentlich ideal, vielleicht sollte ich das zu meiner Routine machen, um vier Uhr morgens meine Mails zu beantworten...) Bei euch in der Schweiz ist es jetzt "sächsi", und ein paar werden wohl schon aufgestanden sein (die Frühaufsteher! und Fleissigen! Grins). Euch allen einen schwungvollen Morgen!

Donnerstag, 29. September 2011

Kleine Eindrücke



Es sind schon alle im Bett....d.h. Micah, Philipp und unsere Gäste aus Liberia! Nur Annick treibt noch ihr Unwesen in Freetown, und wird es morgen früh wohl etwas bereuen, dass sie nicht früher ins Bett gegangen ist!? Aber unvernünftig sein tut eben manchmal auch sehr gut, oder nicht? Hallo Philippe und Vanessa, das Foto mit dem Winnie Puh T-Shirt habe ich extra für euch reingetan!! Ihr seht, es steht dem kleinen Micah ausgezeichnet (da spricht doch die stolze Mutter).
So, genug Sprüche für heute, ich werds nicht übertreiben! Euch allen einen dicken Gut-Nacht-Kuss und ich freu mich natürlich über Kommentare (falls es was zu sagen gibt, wie z.B.: Wie schaffst du das nur Annick, dass du neben Mutter, Ehefrau, Haushalt und das alles in Sierra Leone auch noch Blog schreiben kannst???? hihi, ich glaub, ich geh wohl besser ins Bett, es wird immer peinlicher, was ich schreibe!)
PS: Der Entwurf steht, die Bilder wurden hochgeladen, die Internetverbindung wäre nicht schlecht.... aber schon seit zwei Tagen versuche ich immer wieder, diesen Beitrag auf den Blog zu stellen, aber "es" will einfach nicht......uahuahuuahauaha.... es ist zum "Haar-Öl-Seiche, gell Oli

Mittwoch, 28. September 2011

Micah in Sierra Leone





Ja, ja, der kleine Knirps hat schon jede Menge Freunde und Freude! Wir leben uns gut ein, gerade ist er oben bei unseren Nachbarn und ich nehme mir Zeit, kurz ein paar Fotos auf den Blog zu laden. Oben seht ihr die Frau von einem guten Freund, Ernest, er war in der Ballanta am Arbeiten und wir haben den Kontakt gehalten. Wir waren bei der "pul na do" Zeremonie (sowas wie die traditionelle Weise von Taufe, wo der Name gegeben wird) dabei. Sein dritter Name (vom Kleinen) ist Philipp. Er ist ca. 8 Monate alt.
Auf dem anderen Foto seht ihr Micah in den Armen von unserm Freund Nesto, er ist derjenige, der uns (einmal Philipp, Philipps Mutter Barbara und mich, und einmal Philipp und Philipps Vater Michael) in sein Dorf mitgenommen hat (welches eine Tagesreise von Freetown entfernt ist). Als er wusste, dass wir in Freetown angekommen sind, wollte er uns schnellstens besuchen kommen und Micah (Nesto!! Maligba) willkommen heissen. Der zweite Name von Micah ist sozusagen zu Gedenken von eben diesem Nesto.
So, das wars mal gerade! Danke Michael für die getane Arbeit mit Alimami für unsere kleine Hängematte, wie du siehst, ist Micah ganz zufrieden da drin!!
Liebste Grüsse an euch alle,
Annick

Dienstag, 30. August 2011

Musikalische Improvisationen in Nimes

Ja, ja, unser kleiner Sohn ist ein grosser Maestro....
Übermorgen gehts los nach Sierra Leone zu dritt, ein Teil ist schon gepackt, einiges erledigt und die Spannung und Freude wächst!!!
Unser letzter Teil "Sierra Leone" hat begonnen. Auf ins Abenteuer!

Mittwoch, 17. August 2011

Unterwegs


Uns gibts auch noch, hier ein paar Zeilen von meiner Seite! Nach zwei Monaten ohne Zwitschi in der Schweiz war die Freude sehr gross, als er zurückgekommen ist. Nun sind wir grad in Frankreich, geniessen das schöne (manchmal fast schon heisse) Wetter, das Ambiente, feine Essen, die nächtlichen Mückenjagden, Micah's Fortschritte und vieles mehr! So langsam macht sich der Abflug Richtung Freetown bemerkbar, und in meinem Kopf spielen Gedanken und Bilder, Ängste und Fragen ihr Karrusselspiel. Wie es wohl sein wird? Ich versuche, mein inneres Vertrauen zu stärken... manchmal gar nicht so einfach. Wie schnell man sich doch an die Annehmlichkeiten und Sicherheiten in der Schweiz gewöhnt... und jetzt wird es wieder heissen, sich mit ganz anderen Dingen zu konfontieren.... So, das wars gar im Moment, ein kleiner Einblick in Annick's Welt.
Seid von Herzen gegrüsst liebe Freunde und Familie auf der ganzen Welt

Samstag, 6. August 2011

Besuch von Nesto and family

Vor gut 3 Wochen lud ich Nesto, Josephine und deren Kinder zu mir nach Hause ein. Das sind die Freunde, welche uns ihr "village" im Landesinnern gezeigt hatten, was Annick, meine Eltern und mich so beeindruckt hatte. Ich holte sie zu Hause ab, da ich wusste, dass die Benutzung des öffentlichen Verkehrs sie bereits Le 15000 (ca. 5 Mahlzeiten) gekostet hätte. Als ich sie auf mich zukommen sah, musste ich schmunzeln. Meine Mutter hatte ihnen Glarner Stoff (mit dem typischen Muster wie auf den Glarner Tüechli) geschenkt und nun trugen Josephine sowie die Kleinste (Delay, 1 Jahr) Kleider mit diesem Stoff. Es sah einfach bezaubernd und gleichzeitig komisch aus. Hinzu kam, dass Nesto eine Kravatte für sich und die anderen Kinder (5) eine Fliege mit dem roten Stoff angefertigt hatten lassen. Eine afrikanische Familie mit Glarner Touch! Leider hatte ich keinen Fotoapparat......

Bei mir zu Hause angekommen, begann Nesto - der einmal Pastor werden wollte - mit einem Gebet. Wie sich herausstellen sollte, wurde aus einem Gebet ein halber Gottesdienst mit Gesängen und anderen Gebeten. Unsere W0hnung wurde imnu in eine Kirche verwandelt. Ich gab ihnen unsere Trommeln, welche sie zur Begleitung benutzten. Die kleine Delay wippte in unserer Hängematte und klatsche mit ihren Händen im Takt, unglaublich für dieses Alter. Elegant ging ich nach 10 Minuten in die Küche, um das Essen vorzubereiten. Kurz bevor ich die Spagetthi Bolognaise fertig gestellt hatte, beendete die Familie den "worship".

Alle Kinder bedankten sich nach dem Essen mit: Thank you uncle Philipp. Der besondere Wert hieran ist, dass ich so etwas in Sierra Leone noch nicht viel gehört habe (unsere Kultur des Danke und Bitte ist dort nicht ausgeprägt). Nach dem Essen sass ich mit Nesto und Josephine an einem Tisch und Nesto begann auf einmal davon zu erzählen, dass Josephine ihm gedroht hatte, sich von ihm zu scheiden. Es ist schon eigenartig aber nicht unüblich in Sierra Leone, dass Ehepartner und gerade Männer vor ihren Frauen über diese sprechen. Nachdem er sich meiner Ansicht zu sehr in der Vergangenheit ereiferte und ich sah wie betrübt Josephine war, versuchte ich, Nesto in die Gegenwart zurückzuholen, indem ich seine Hand ergriff und ihm zu verstehen gab, dass alles in Ordnung ist mit ihm. Glücklicherweise hatte ich den richtigen Punkt gefunden und sein Gesicht wurde weicher und erhellte sich. Zum Abschluss forderte Nesto seinen jüngsten Sohn Micahel, (16 Jahre) auf, den Besuch mit einer feierlichen Rede abzurunden, was dieser auf bemerkenswerte Art auch tat. Ich ging mit dem Gefühl ins Bett, dass ich wieder einmal ein wenig mehr von Sierra Leone kennen gelernt hatte und dass zur Familie von Nesto und Josephine eine echte Freundschaft entstanden ist.

Montag, 25. Juli 2011

Helm vergessen - Pech gehabt

Kürzlich wurden 2 Mitarbeiter von mir von der Polizei angehalten, da sie auf einem Motorfahrrad unterwegs waren, aber nur einer einen Helm trug. Neben ihnen stoppte die Polizei noch dutztende andere Okada (Motorradfahrer, eine Art Taxi), wegen desselben Vergehens. Die meisten Okadas gaben den Polizisten auf Aufforderung um die Le 20´000, was ca. Fr. 4.- entspricht (so viel verdient ein Okada pro Tag). Das ist nicht etwa eine formelle Busse, sondern ein alltägliches Beispiel der sogenannten kleinen Korruption. Meine Kollegen weigerten sich, die Polizisten zu "schmieren" und wurden deshalb zur nächsten Polizeistation vorgeführt, wo ihre Aussagen aufgenommen wurden. 2 Stunden später landeten sie bereits vor Gericht!!! Und das in einem Land, wo das Gerichtssystem für seine Verzögerungen bekannt ist. Zum ersten mal wohnte ich einer Gerichtsverhandlung in Sierra Leone bei. Die Angeklagten standen in einer Art Käfig und niemand wusste so recht was mit ihnen passieren wird. Ich glaube, ich hätte mich in diesem Käfig wie ein Schwerbrecher gefühlt. Unglücklicherweise war unser eigener Anwalt nicht abkömmlich, weshalb wir einen Anwalt vor Ort engagieren mussten. Neben des Helms wurde den Kollegen vorgeworfen, dass sie die Polizei behindert hätten (police obstruction); das ist die Lieblingsanschuldigung der Polizei....Und jetzt wird es besser: ratet mal, wer im Zeugenstand sass: die Polizisten selber (was natürlich völlig absurd ist)

Das Urteil lautete Le 150´000 Busse für jeden, zahlbar sofort, oder 1 Monat Pademba Road Prison. Zudem noch die Gerichts- und Anwaltsgebühren in der Höhe von ca Le 300´000.-. Nicht schlecht für ein Land, in welchem die meisten Menschen nicht mehr als LE 300´000 pro Monat verdienen. Mit anderen Worten müssen die meisten Menschen wegen der einfachen Verletzung einer Verkehrsregel in das Gefängnis. Und einmal im berüchtigsten Gefängnis von Sierra Leone, dem Pademba Road Prison, angekommen, gibts keine Garantie mehr, wann man rauskommt. Gemäss Angaben von Organisation, sitzen dort Hunderte von Menschen ohne (rechtmässiges) Gerichtsverfahren oder wurden schlicht einfach vergessen, weil niemand die Geldstrafe aufbringen kann. Die Bedingungen im Gefängnis sind katastrophal: Gewalt, kein Essen (Verwandte müssen es jeden Tag mitbringen) und viel zu viele Menschen in einer Zelle.

Da wird es einem mulmig, weil so was jedem passieren kann. Noch die kleinste Verkehrsregelverletzung, wie den Fahrausweis zu Hause vergessen haben, kann zu einer solchen Prozedur führen. Hier bekommt man die Macht des Staates zu spüren. Mein Kollege meinte, dass sogar einige Anwälte mit den Polizisten gemeinsame Sache machen. Die Polizei nimmt Leute fest, die Anwälte kassieren und teilen dies mit den Polizisten. Wir können von Glück sprechen, dass wir ein NGO Nummernschild haben und daher ein wenig geschützt sind. Jetzt wird mir auch klar, weshalb meine Kollegen mich am Anfang mehrmals darauf hingewiesen haben, alle Fahrzeugpapiere immer in Ordnung und ajour zu halten.

Montag, 18. Juli 2011

Sport verbindet

Letztes Wochenende durfte ich den dankbaren Vertretern einer Tennisfoundation in Sierra Leone (http://maxandsamtennisfoundation.com) 1,9 km Tennissaiten (reicht für ca 170 Rackets) übergeben. Gesponsert wurden die Saiten von Reynolds Sport, einem Sportgeschäft in Melbourne, Australien. Organisiert wurde dies alles von meiner Tennis begeisterten Schwester Anja, die meinen ersten Berichten über Tennis in Sierra Leone mit Menschen in Australien teilte. Dies ist nun das Echo vom anderen Kontinent!

Die Tennisfoundation bedankt sich ganz herzlich bei Anja und Reynolds Sport für deren Engagement, welches gerade zur rechten Zeit kommt. Kürzlich hat die Foundation neue Rackets erhalten, aber ohne Saiten. Die neuen Rackets können nun mit den australischen Saiten bespannt werden und den Kindern (ab 5 Jahren bis zu den stärkeren Junioren, die an internationalen Turnieren teilnehmen) übergeben werden. Wie meist bei solchen Übergaben war ein Journalist dabei, der einen Artikel für die Zeitung verfasste. Bei der Art, wie sich die Foundation bei mir bedankte, kommt einem manchmal das Gefühl auf, ein grosser Wohltäter zu sein, was natürlich gar nicht der Fall ist. Und im nächsten Satz kommt dann auch schon die Frage oder Aussatz, dass man sich über mehr Material freut.........Geschlossen wurde die Übergabe damit, dass Gott meine Schwester, Reynolds Sport und mich "blessen" soll. Dann ist ja alles gut!

Samstag, 2. Juli 2011

der Geburtstag nach dem Geburstag

Meine Schwester meinte in einer e-mail gestern, dass Sierra Leone einen langen Geburtstag feiert. Da wollte uns wohl jemand dazu animeren, unseren blog weiterzuführen. Wie ihr wohl alle wisst, haben wir den Geburtstag unseres Micah Nesto Maligba erleben dürfen. Hier in Sierra Leone wird er von den meisten Maligba genannt, weil das ein Stammesname ist und einige Leute auch an Madiba erinnert (so wird Nelson Mandela genannt, Bedeutung: Vater). Alleine in Sierra Leone vermisse ich ihn und Annick mehr als ich gedacht hätte. Nachdem ich 5 Wochen lang in der Schweiz jede längere Pause, jedes Film schauen als eine Erholung vom Eingebundensein in eine junge Familie empfunden habe, steht mir hier so viel Zeit zur Verfügung, dass ich auch mal einen Film anschaue, um mich zu beschäftigen. Skurill, nicht?

Ein kleine Episode aus meinem Arbeitsleben: Anfang Juni war ein Teil unseres Team in Liberia um einer Partnerorganisation ein Training in nonviolent communication anzubieten. Eines Abends in Monrovia, der Hauptstadt von Liberia, teilte uns unser Deputy Director mit, dass er einen Freund treffen werde. Wir gingen in der Zwischenzeit auf die Suche nach einer Basketballhalle und trafen zufälligerweise einen Sierra Leonischen Freund beim Basketballtraining. Um ca. 21.30 Uhr, es regnete stark, meldete sich unser Deputy Director, ob ihn nicht jemand abholen könnte, da er sich ein wenig ausserhalb von Monrovia befinde und es stark regne. Da wir ihn nicht gut verstehen konnten, und sein Stimme ein wenig seltsam klang, entschieden wir uns, alle zusammen zu fahren. Er meldete sich dann alle fünf Minuten per Telefon und war erschreckt zu hören, dass wir alle zusammen kamen (besonders meine Anwesenheit....). Es stellte sich nämlich heraus, dass er ganz schön getrunken haben muss. Schliesslich erreichten wir das Lokal und er stieg ins Auto ein. Ich habe selten so viel gelacht, wie auf der Rückfahrt zu unserer Schlafstelle. Der Director lallte vor sich ihn und meine jüngeren Kollegen verwickelten ihn in interessante und "seriöse" Gespräche. Dabei kam unter anderem heraus, dass er sich schon lange reif fühle für ein sabbatical Jahr und und und. Wir mussten uns zusammennehmen, nicht bei jedem Satz laut los zu lachen.

Mittwoch, 27. April 2011

Happy Birthday Sierra Leone







































Liebe Freunde, heute ist der 50 Geburtstag Unabhängigkeit in Sierra Leone. Obschon wir nun in der Schweiz weilen und auf die Geburt unseres Kindes warten, ist unsere 2. Heimat sehr präsent für uns. Damit ihr auch wieder mal einen Eindruck von Sierra Leone bzw. Freetown erhaltet, zeigen wir Euch einige Bilder von der Stadt Freetown. Heute werden dort hunderttausende zu ohrenbetäubender Muski auf den Strassen tanzen und singen. Ich habe gerade von unserer Freundin Sabine gehört, dass Freetown ein Tollhaus und der Verkehr vollkommen chaotisch ist. In den letzten Wochen wurde überall grün-blau-weisse (Nationalfarben) Verzierungen angebracht und die Bürger haben mit grossem Enthusiasmus ihre Quartiere gesäubert sowie die Häuser von neuem angestrichen. Mit den in Sierra Leone oft verwendeten Worten sagen wir: Halleluja, Kushe, God bless Sierra Leone, Amen!!!
















Sonntag, 3. April 2011

Ferienparadies Sierra Leone

Wer ein wenig abenteuerlustig ist und eine Reise nach Sierra Leone wagt, wird eine teilweise unberührte Natur voller Schönheit vorfinden. Von Inseln, die den der Malediven nur in Bezug auf facilities nachstehen, Wasserfällen in welchen man sich abkühlen kann, bis zu Resorts am Meer, in welchen auch ein honey moon gebührend gefeiert werden kann. Lasst Euch inspirieren!






Samstag, 26. März 2011

Wenn ein empfindlicher Nerv getroffen wird

Vorgestern, am Ende eines erfolgreichen Mediationstrainings mit Offzieren der Sierra Leonischen Armee, erhielt ich die Quittung dafür, dass ich mich aus dem Fenster gelehnt habe. Zur Geschichte:

Normalerweise wird den Teilnehmern von Workshops/Trainings nach dem Training eine Transportentschädigung ausgerichtet, unabhängig davon, ob das Geld effektiv gebraucht wurde. In der Regel stellt diese Entschädigung einen Zusatzverdienst dar, da sie die tatsächlichen Ausgaben übersteigt. Vor dem Training informierten wir das Verteidigungsministerium darüber, dass wir nicht die Ressourcen haben, eine solche Entschädigung auszurichten. Das Ministerium erwiderte, dass sie das intern lösen würden und wir uns darum nicht zu kümmern brauchten. Dennoch kam das Thema bei der Vorbereitung für das Training wieder auf und mein ganzes Team sprach sich dafür aus, den Teilnehmern einen "recht hohen" Betrag pro Tag zu geben. Schiesslich seien dies Offziere und es sei wichtig, dass sie Interesse an unserem Programm hätten (wenn ich das höre, wird mir manchmal ganz schlecht.....). Wir kamen zu keiner Entscheidung über die Entschädigung und vertrauten darauf, dass das Ministerium diesen Punkt selber ansprechen würde. Leider kam das Ministerium aber weder zur Eröffnung noch zum Schluss des Trainings, obschon sie dies versprochen hatten. Dies führte dazu, dass sich mein ganzes Team derart unwohl fühlte, da sie Vorwürfe von den Teilnehmern fürchteten. Als mein Team nach dem Ende des Trainings zusammen kam, um kurz Bilanz zu ziehen, äusserten alle, dass sie total frustriert, wütend und enttäuscht seien. Es sei schlicht undenkbar in ihrer Kultur, den Teilnehmern keine Transportentschädigung auszurichten. Diese Worte - so schien es mir klar und deutlich - waren alleine an mich gerichtet. Dies zog ich daraus, wie sich mich anschauten (wenn Blicke töten könnten......). Als ich ihre Feedbacks hörte, fühlte ich mich demoralisiert, insbesondere nachdem ich so viel Energie in die Koordination des Trainings investiert hatte und es auch so erfolgreich verlief. In der Vergangenheit schwieg ich in solchen Situationen, dieses Mal wollte ich Ihnen aber bewusst zeigen, dass ihre Aussagen mich getroffen hatten. Das hat sie ziemlich erstaunt und ich bin froh, dass ich ihnen gezeigt habe, was wirklich in mir los war.

Es ist für mich klar, dass ich ein Thema tangiert habe, dass ein Tabu darstellt. Wie dem auch sei, ich werde zu diesem Thema auch bei einem anderen Mal nicht schweigen, da ich einen kulturellen Austausch fördern möchte. Das erfordert aber, dass ich den Mut und die Energie für solche Konfliktsituationen aufbringe. Ich bin gespannt, wie sich diese Auseinandersetzung auf die Beziehung mit meinen Kollegen auswirkt: ich werde es am Montag erfahren.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Nahaufnahmen (Muster und Farbe)
















Hier noch ein paar Nahaufnahmen von den Tüchern, da die Farben und Formen manchmal nicht ganz klar sind (sind sie immer noch nicht, in natura haben sie viel mehr Leuchtkraft!)

















Alimamis selbstgefärbte und gedruckte Tücher zum verkaufen

7 Feet (Violett)














2 Feet (Grün)












2 Feet (Rot)














4 Feet (Grün)






























2 Feet (Grün) 4 Feet (Rot)

Halli hallo, ich bin seit ein paar Tagen wieder in der Schweiz, es wurde einfach zu heiss und feucht in Sierra Leone und da haben wir meine Reise kurzerhand 10Tage vorverschoben. Jetzt bin ich für ein Weilchen in der Schweiz und freue mich, viele von euch bald wiederzutreffen! Mitgenommen von Sierra Leone habe ich selbstgefärbte und gedruckte Tücher von unserem Wächter Alimami. Er hat diese traditionelle Kunst von seiner Tante gelernt, doch leider ist es nicht so einfach, die Tücher in Freetown zu verkaufen, da billig hergestelltes Tuch aus der Fabrik, welches die schlechtere Qualität hat (das Tuch ist rauher und das Tuch verliert viel schneller an Farbe) verkauft wird. Wenn ihr interessiert seit, solche Tücher (Tischdecke, Vorhänge, Bettüberzug, etc..) zu kaufen, meldet euch doch bei mir. Hier einige Fotos, von solchen die ich bei mir habe. Man kann auch auf Bestellung Farbe und Grösse wünschen. Philipp kann sie dann im April mitnehmen. Die kleinen (2 Feet) sind 25 Franken, die grösseren (4 Feet) sind 45 Franken und das grösste (7 Feet, Bettlaken für Doppelbett) ist 70 Franken. Das Geld kommt (ohne Abzug, smile) Alimami (23 Jahre) zugute, der dann für seinen Lebensunterhalt (und die seines Kindes, seiner Freundin und der ganzen Familie drumherum) und vielleicht für den Aufbau eines kleines Business sorgen kann.

Dienstag, 15. Februar 2011

"Dad" in Buma Village

Und wieder führte uns unser Freund Nesto in sein Dorf Buma, im Süden von Sierra Leone, mitten im Busch. Auch wenn ich ihm mehrmals darauf aufmerksam machte, dass wir keinen speziellen Empfang erwarten und dieses Mal auch keine Ziege nach Hause nehmen möchten, warteten bereits die Schulkinder (seit mehr als 3 Stunden) am Eingang des Dorfes, um uns mit Gesang und Parade zu begrüssen. Danach ging es in Begleitung der Kinder zum Dorfzentrum, wo wir vom Town-Chief, von den Dorfältesten, den Lehrern und all den anderen herzlich willkommen wurden.







Danach erst begann die zeremonielle Begrüssung, die vom Chairman mit Agenda geführt wurde. Neben den Ansprachen der wichtigsten Personen, führten die Schulkinder traditionelle Tänze auf und sangen für uns. Bald wurde Michael nur noch liebevoll Dad genannt. Es war regelrecht umwerfend und berührend. Der Zeitpunkt kam, als wir das von Barbara gesammelte Geld für die Errichtung eines Jugendzentrums übergaben. Niemand im Dorf hatte damit gerechnet, dass wir auf das Anliegen, welches beim letzten Besuch vorgetragen wurde, reagieren würden. Deshalb war die Freude und die Dankbarkeit umso ausgelassener. Am nächsten Tag sassen bereits alle wieder zusammen, um den Bau des Zentrums zu planen und am darauffolgenden Tag sollte bereits mit dem Kauf/Herbeischaffung des benötigten Materials begonnen werden. Im Namen des Dorfes möchte ich allen, die zum Bau des Jungendzentrums beigetragen haben ganz herzlich danken und möchte die Bilder für sich sprechen lassen.