Dienstag, 31. März 2009

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Behördengang in Sierra Leone: In den ersten Tagen nach unserer Ankunft baten wir meinen Chef, Father Peter Konteh, uns bei der Erlangung der Aufenthaltsbewilligung zu helfen. Er machte dann kurz einen Telefonanruf und bald sassen wir im Auto Richtung Innenstadt. Vor dem Immigrationsoffice stiegen wir aus und gingen an den Leuten vorbei, die auf der Strasse darauf warteten, an die Reihe zu kommen. Mein Chef sagte dann kurz etwas zu einem Mitarbeiter und schon waren wir im Gebäude. Bald darauf traten wir in ein Büro ein, wo ein guter Freund meines Chefs sass und uns begrüsste. Wir übergaben ihm den Pass, zahlten die Gebühren und waren 5 Minuten später wieder draussen. Wir haben uns dabei schon ein wenig mulmig gefühlt, dass wir eine solche Vorzugsbehandlung erhalten. Mulmig deshalb, weil wir nicht besser behandelt werden wollen, nur weil wir weiss sind. (Die Hierarchie spielt in Sierra Leone eine sehr grosse Rolle und wir hatten den Eindruck, dass Weisse automatisch recht weit oben stehen. Wie schon gesagt, ist dies nicht unbedingt immer angenehm). In Sierra Leone funktioniert sehr viel über persönliche Beziehungen. Wären wir alleine und ohne fremde Hilfe ins Immigrationsoffice gegangen, dann würden wir vielleicht noch heute auf unsere Aufenthaltsbewilligung warten (ist nur eine Vermutung).


Montag, 30. März 2009

Kurzgeschichten aus Sierra Leone

Hallo ihr alle, nun melde ich mich auch. Die letzten zweieinhalb Wochen sind wie im Flug vergangen und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich schon viel länger hier bin, in Freetown. Es ist echt schwierig, über das zu berichten, was ich bzw. wir hier jeden Tag erleben. Deshalb werde ich Euch heute, ein zwei Kurzgeschichten erzählen:

Ankunft in Freetown, Lungi Ariport. Bevor wir landen, sage ich Annick, dass wir unser Gepäck selber tragen wollen, um nicht Geld an die "Träger" zahlen zu müssen. Annick meint, wir sollen mal abwarten und dann situativ entscheiden, weil wir doch sehr viel Gepäck haben (1 Koffer, 2 grosse Rucksäcke, Handgespäck und ein digital Piano). Am Flughafen angekommen, stellen wir uns an die Menschenschlange vor der Passkontrolle an. Da kommt eine Mitarbeiterin des Flughafens auf uns zu und fragt uns, ob wir Annick und Philipp seien. Unglaublich, wir sind schon bekannt! Mein zukünftiger Chef hatte die Mitarbeiterin angerufen, mit der Bitte, uns durch die Passkontrolle und den Zoll zu schleusen. So konnten wir, ohne anzustehen, direkt zu den Zollbeamten gehen. Diese wollten dann die Quittung für das Piano sehen, um einen Zoll darauf zu erheben. Annick hat dann klar gestellt, dass es ein gebrauchtes, privates Piano ist und sie auch beweisen könne, dass sie spiele. Das und die Unterstützung unserer Begleitung (der Mitarbeiterin) bewahrte uns davor, Zoll für das Piano zu bezahlen. Nun ging es weiter Richtung Helikopter, welcher uns in die Stadt bringen sollte. Schwups, bevor ich mich versehen hatte, sah ich einen "Träger" meinen Koffer und einen Rucksack tragen. Im ersten Augenblick schien mir, dass es sich hierbei um einen offiziellen Mitarbeiter des Flughafens handelte, der uns freundlicherweise helfen wollte. Ich sollte meinen Irrtum schnell bemerken! Nachdem er das Gepäck ca. 100 Meter getragen hatte, zum Helikopterplatz, wollte er dann für seine Dienste bezahlt werden. Glücklicherweise hatte ich einen 5000 Leones-Schein (ca. 2 Franken), dem ich ihm dann gab. Er hat dann gemeint, dass dies nicht genug sei. Annick und ich hatten natürlich keine Ahnung, wie viel normalerweise bezahlt wird, was ein recht unangenehmes Gefühl war. Aber genau darauf wird wohl spekuliert, denn wie wir inzwischen wissen, beträgt ein durchschnittlicher Tageslohn ca. 10000 Leones. Es ging dann wie folgt weiter: Verschiedene Leute kamen auf uns zu und sagten uns, dass sie Tickets für den Helikopter verkaufen. Wir haben dann ein solches Ticket gekauft, wobei wir nie sicher waren, ob wir das Rückgeld auch bekommen. Es war recht hektisch, denn einige haben auf Annick eingeredet und die anderen wollten mich irgendwo hinziehen. Ein wenig später wollten die Leute beim Helikopter dann, dass wir einen Aufpreis zahlen, da das Piano so gross sei. Dagegen haben wir uns dann standhaft gewehrt, was schliesslich mit Hilfe des dortigen Chefs auch gelang. In dieser ersten halben Stunde haben wir schon einen Vorgeschmack erhalten, was in den nächsten 3 Jahren auf uns zukommen wird. Herrlich!

Sonntag, 29. März 2009

erste Blog-News aus Sierra Leone

Nun sind wir doch schon zweieinhalb Wochen hier, und es wird langsam Zeit, sich an das Blog-Schreiben zu gewöhnen.... oder es auf alle Fälle mal zu beginnen. Hier bin ich also: In einem Zimmer mit Doppelbett, ob mir ein Moskitonetz (für die Nacht), und daneben mein schlafender Mann, hihi. Es ist zwar erst 18.15, aber irgendwie scheint ihn der Strand geschafft zu haben. (An anderen Tagen schlafe ich früh neben ihm ein....).
Wir haben ein "Bad", d.h. ein WC und eine Dusche und ein Lavabo, wobei fliessendes Wasser momentan nicht vorhanden ist und uns deshalb zwei Plastikkübel mit Wasser begleiten. Ausserdem haben wir einen tollen Ausblick auf ein Fussballfeld, das ist immer wieder unterhaltsam und spannend. Einen Basketballplatz gibt es auch gleich daneben, und wir waren schon einige Male spielen. Die weiblichen Spielerinnen haben sich bis jetzt noch nicht gezeigt, ich habe mich den sierra leonischen Jungs "beschwert" und sie gebeten, doch mal nach Frauen fürs Basketball Ausschau zu halten. Die Jungs sind ganz nett und erstaunt, dass 1. weisse Leute Baskeball spielen können (white man can't jump, oder sowas in der Art) und 2. dann auch noch eine Frau.
So, dass wars für heute, ich muss Euch ja noch die Blog-Adresse mailen, und das braucht alles Zeit. Werde mich deshalb jetzt dieser Aufgabe widmen!! Aber der Anfang ist gemacht!!!
Seid herzlich gegrüsst, Annick

Freitag, 6. März 2009

der erste blog-versuch

hi hi, ich hab doch tatsächlich einen blog eingerichtet.... (vielleicht auch drei blogs, denn ich musste mich x-mal anmelden.....) 
so, mal sehen, ob damit alles klappen wird.... stehe noch auf unsicheren Blog-Füssen.
Bis bald, ihr Lieben, die ihr noch nicht wisst, dass ich meine ersten Erfolge erlebt habe
Annick