Samstag, 26. Dezember 2009

Weihnachten in Salone



Hallo ihr Lieben! 
Bevor das alte Jahr vorbei ist, möchte ich mich doch noch unbedingt auf unserem Blog melden. Ich habe ihn schon eine Weile schleifen lassen und die neue Vereinbarung (oder ist es schon ein Neujahrsvorsatz?) mit Zwitschi ist, dass jeder von uns einmal pro Woche reinschreibt (mit Ausnahmen natürlich). Da könnt ihr euch ja freuen! 
Weihnachten ist vorüber, das neue Jahr steht vor der Tür! Meine Eltern sind nun zwei Wochen hier und teilen unsere Erlebnisse im sweet salone (süssen Sierra Leone). 
Unser Weihnachtsbaum (besser: Weihnachtsfrau), die Kerzen, Girlanden, feines Essen und familiäres Beisammensein haben eine schöne Stimmung in unsere Wohnung gezaubert. Es gab gefüllte Auberginen (selbstgemacht), Salat mit Crevetten, Lachs und eine Grillmischung mit Sauce (Take Away).
Wir waren auch schon gemeinsam an den schönen Stränden, und Papi hat seinen allerersten Lobster gegessen! Wirklich, wir können uns nicht beklagen, das Leben hat hier wunderschöne Seiten. Es ist wirklich Ferienstimmung, gerade sind meine Eltern im Swimming Pool in einem Hotel am Schwimmen (nach 6-7Monaten ohne Wasser scheint der Pool gerade rechtzeitig wieder in Ordnung zu sein), Zwitschi liest im Buch und wird müde und ich schreibe Blog (und freue mich gleich aufs Buch-Lesen).
Ich umarme euch herzlich, liebe Freunde und Familie von nah und fern, wie schön euch als Begleitung während unserer Abenteuer zu wissen.
Annick

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Frohe kalte Weihnachten!


Liebe Freunde und Familie, das Jahr neigt sich langsam dem Ende. Wir wünschen Euch allen frohe Weihnachten und gemütliche Tage mit Euren Nächsten.

Das Jahr 2009 war sehr ereignisreich und spannend für uns. Den Entschluss, nach Sierra Leone zu gehen, dort zu leben und zu arbeiten, haben wir bislang keine Sekunde bereut. Es ist diese Unmittelbarkeit mit den Mitmenschen, welche wir hier so schätzen. Grüsst man beispielsweise jemandem vom Auto aus mit der Hand, dann erhält man ein herzhaftes Lächeln zurück. Wo auch immer Menschen sind, ob in einem Geschäft, in einem Restaurant, auf dem Basketballplatz: sie freuen sich, wenn man sie anspricht, mit ihnen spricht, so belanglos es auch sein mag. Es sind diese kurzen Begegnungen, die uns bereichern und erfreuen.
Gleichzeitig erfahren wir auch die andere Kehrseite der Medaillie, so z.B. dass eine gewisse Zielstrebigkeit - wie wir sie kennen - wenig vorhanden ist. Dies ist eine riesige Herausforderung für uns, da wir beide gerne dynamisch arbeiten. Wie reagieren, wenn Mitarbeiter bzw. Bandmitglieder nicht wie vereinbart zu Meetings kommen, sich nicht abmelden obschon dies vereinbart wurde. Was unternehmen, wenn die Arbeit so vor sich hin "dümpelt"? Wenn gehandelt wird, als ob es nur ein Heute und nicht ein Morgen oder ein Übermorgen gebe? Das ist manchmal zum Haare raufen (da muss ich aufpassen, damit ich nicht ohne Haare zurück komme). Eine Pauschallösung gibt es nicht und diejenigen, die es behaupten, sind jenseits der Realität.
Bei mir ist es ein Pendeln zwischen laufen lassen und strikt sein. Jetzt, nach 4 "gemütlichen" Monaten bei der Arbeit, habe ich mich entschieden, gewisse Unzulänglichkeiten meinem Chef und meinen Mitarbeitgern gegenüber zu kommunzieren (so diplomatisch wie es natürlich ging), was mit einer Mitarbeiterin sofort zu Spannungen führte. Wenn auch mein Chef mich darin bestärkt, Mechanismen und Strukturen in meinem Team zu verändern, so stosse ich dabei relativ rasch an Widerstand. Es wird mir dann bewusst, dass gewisse Verhaltensmuster so tief in den Menschen und der ganzen Kultur verwurzelt sind. Ich bin darin vollkommen gefordert, was mich befriedigt, auch wenn es sehr nervenzehrend ist. Aber das Pendel wird ja wieder mal auf die andere Seite schlagen, wenn es Zeit dafür ist....
Jetzt geniessen wir zuerst einmal die Ferien mit Annicks Eltern, die 3 Wochen mit uns verbringen. Wir senden Euch aus dem warmen Sierra Leone ganz herzliche Grüsse und freuen uns auf weiteren Austausch mit Euch auch im nächsten Jahr!
Annick und Philipp (oder Ann and Philu, wie wir hier manchmal genannt werden)

Freitag, 4. Dezember 2009

....der letzte Bintumani Bericht


Am 2. Tag ging es durch den Dschungel, zuerst war die Landschaft noch etwas offener, später liefen wir nur noch in ganz dichtem Wald. Sehr eindrücklich waren die Geräusche, besonders die der Vögel. Affen sahen wir leider nicht. Dafür eine Kobra, nach ca. 5 minütiger Beschreibung unseres Führers (dieser hat die ca. 20 Meter auf einem Baum liegend entfernte Kobra während des Laufens entdeckt, wie blind wir doch sind....)

Unser Führer: ausgestattet mit einer Machette, stets mit wachem Auge, ein sehr sympathischer und ruhiger Mensch.












Danach ging es über eine Fähre, ich müsste wohl eher sagen, selbstgebautes Floss, über einen Fluss, nicht ganz unspannend...

Nach 6 Stunden teilweise steilem Aufstieg im Wald endlich wieder eine andere Landschaft! Und dann machten wir Halt bei einem Camp, das mit 2 löchrigen Strohhütten ausgestattet war. Dies realisierten wir erst, als es am nächsten Tag fürchterlich zu regnen begann. Unser Zelt, unsere Decke sowie ein Schlafsack wurden nass und selbst unter der Hütte war es nicht trocken.
Vor dem Sonnenuntergangen setzten wir uns auf einen Grossen Stein auf einer Wiese und bestaunten den Sonnenuntergang über den Hügeln vor uns. Wir übernachteten in unserem Zelt und unsere Träger bereiteten Reis mit Grunut (Erdnuss) Sauce vor, dies gab es für die nächsten 3 Tage.
Und schliesslich der Aufstieg auf den Gipfel durch mannhohes Grass, wobei wir aus der Ferne einen Büffel und eine Gazelle erblicken konnten. Oben angekommen hatte es leider Nebel, weshalb die Aussicht nicht ganz so spektakulär war. Nach der Reise waren wir uns alle einig, dass der Höhepunkt nicht der Gipfel, sondern das ganze Drum und Dran war: der Weg ist das Ziel (wie kitschig, aber wahr).