Sonntag, 29. November 2009

...und weiter ging es...


Am Abend in Yfin angekommen, ging es zum village chief (links) und zum regional chief. Hier wurden wir von einem Lehrer, der uns als erster begrüsst hatte, vorgestellt. Man muss sich das so vorstellen, dass dieser Lehrer zwischen den chiefs und uns vermittelte. Wir mussten einen Sprecher für die Gruppe bestimmen und dann darlegen, was unser Anliegen ist. Rund um uns herum hatte sich inzwischen das halbe Dorf versammelt. Schliesslich überreichten wir den chiefs (direkt) Zucker, Seife und anderes, was uns von Kollegen geraten wurde. Unglücklicherweise übergingen wir dabei den vermittelnden Lehrer, was dieser uns umgehend kund tat. Am nächsten Morgen, umringt von Kindern, packten wir unsere Siebensachen in 4 grosse Rucksäcke, welche von den uns angeheuerten Trägern getragen wurden. In afrikanischer Manier landeten die Rucksäcke bald auf den Köpfen der Träger. Obschon sie lediglich Flip Flops trugen, waren sie von uns bald nicht mehr gesehen. Wir mussten darauf bestehen, dass mindestens einer von ihnen hinter uns läuft, zumal es immer wieder Weggabelungen gab.



..........Mt. Bintumani

So sah die "Strasse" bei Nacht aus. Weit und breit kein Licht zu sehen, dafür gab es einen sternenklaren Himmel zu bewundern.
Damit ihr euch ein bisschen mehr ein Bild machen könnt, wie ein Teil unseres Weges zum Dorf Yfin ausgesehen hat: Holz/Erd/Steinbrücke mit mehr Löchern als Füllmaterial! Wir habens nach eingehendem studieren rübergeschafft oder besser: Ray ist profimässig durchgefahren und wir anderen drei sind sicherheitshalber ausgestiegen, grins!
Eigentlich wollten wir vor der Abenddämmerung im Dorf sein, doch nachdem uns drei Dörfer, die ca.20-30min auseinanderliegen, immer wieder gesagt haben, dass Yfin "9 miles" entfernt liegt, haben wirs aufgegeben nach der Distanz zu fragen, und sind einfach vorsichtig im Dunkeln durchs Gebüsch gefahren!


Mount Bintumani

Zusammen mit unseren Freunden/Verwandten Theresa und Raymond machten wir uns vor gut 2 Wochen auf, den Mt. Bintumani zu besteigen, Westafrikas höchster Berg. Die Anfahrt von Freetown (Western Area) nach Yfin, am Fusse des Mt. Bintumani gelegen (im Norden des Landes) war schon ein Abenteuer für sich. Was für eine Wohltatf: von der lauten und intensiven Atmosphäre der Hauptstadt zu entlegenen Dörfern und einsamen Landschaften. Je weiter wir ins Land hineinfuhren, desto öfter geschah es, dass uns die Bewohner der jeweiligen Dörfer zuwinkten und uns mit einem Lachen in ihrer Landessprache "weisser Mensch" zuriefen.

Freitag, 13. November 2009

House warming party

Endlich nach acht Monaten konnten wir zur house warming party einladen. Insgesamt waren es ca. 40 Leute von meiner Arbeit, der GTZ, der Balanta Academy, dem Guesthouse in dem wir gewohnt hatten und persönlichen Freunden. Höhepunkt der Party war eindeutig, als unser Trommellehrer mit seinem Bruder eine halbe Stunde lang ohne Unterbrechung unsere Gäste begeisterten. Vor allem einige unserer afrikanischen Freunde wachten förmlich auf und begannen dazu zu tanzen (auch Stammestänze). Dies gab uns allen einen kleinen Einblick in die Kultur, in welcher sie aufwachsen.
Neben diesem Highlight gab es auch eine andere Erfahrung, welche wir zusammen mit Freunden diskutierten: Am Ende der Party haben sich einige der Sierra Leonischen Gäste - unbemerkt von Annick und mir - daran gemacht, Getränke und essen in Säcke zu verstauen. Wir fanden es erst heraus, als mich einer von ihnen nach einer Wasserflasche fragte, Annick ihm aber bereits vor wenigen Minuten eine gegeben hatte. Er beteuerte, dass die Flasche schon leer sei, was sich als unwahr herausstellte. Etwas später gingen Annick und ich mit einem Teller Pfandkuchen (kleine Rollen) umher und servierten diese unseren Gästen. Zuerst nahmen die besagten Gäste (dies waren die Angestellten des Guesthouses) eine Rolle. Als wir noch einmal vorbei gingen, griffen sie sich je vier bis fünf Rollen und drückten sich diese in den Mund bzw. - wieder unbemerkt von Annick und mir - legten diese beseite in einen Sack. Ganz ehrlich, die Situation war schon ein wenig unangenehm. Ich fands ziemlich unverschämt, schliesslich gab es genug zu essen und trinken für alle. Dies ist/war einer dieser Momente, in denen mir klar wird, dass mir diese Kultur fremd ist. Die Erfahrung, dass es hier nie genug von etwas gibt, habe ich schon öfters gemacht. Und wenn es dann mal etwas gibt, dann wird versucht, so viel wie möglich davon zu profitieren. Dies ist vielleicht gar nicht mal so unähnlich wie wenn ich in ein all you can eat Restaurant gehe und mehr esse, als ich Hunger habe, nur weil ich das Angebot auschlagen will. Der Unterschied liegt vielleicht darin, dass hier viele Leute darum besorgt sind, sich das tägliche Essen zu beschaffen.

Annick und ich werden morgen zu einer Tour aufbrechen, gemeinsam mit unseren Freunden/Verwandten Theresa und Ray aus Deutschland. Wir wollen den höchsten Berg Westafrikas besteigen, 1950 Meter! Dennoch wirds nicht ganz so leicht wie es scheint, da dieser Berg vollkommen im Dschungel liegt, es keine Wege gibt und man sich Essen für mehrere Tage mitnehmen muss. Natürlich werden wir einen lokalen Führer mitnehmen und auch Träger anstellen. Es soll dort viele Affen, Vögel, Büffel und andere Tiere geben; die Natur dort soll ziemlich unberührt sein. Wir werden spätestens am 22. November wieder zurück sein.
Wir senden Euch warme Grüsse in das kalte Europa