Am Abend in Yfin angekommen, ging es zum village chief (links) und zum regional chief. Hier wurden wir von einem Lehrer, der uns als erster begrüsst hatte, vorgestellt. Man muss sich das so vorstellen, dass dieser Lehrer zwischen den chiefs und uns vermittelte. Wir mussten einen Sprecher für die Gruppe bestimmen und dann darlegen, was unser Anliegen ist. Rund um uns herum hatte sich inzwischen das halbe Dorf versammelt. Schliesslich überreichten wir den chiefs (direkt) Zucker, Seife und anderes, was uns von Kollegen geraten wurde. Unglücklicherweise übergingen wir dabei den vermittelnden Lehrer, was dieser uns umgehend kund tat. Am nächsten Morgen, umringt von Kindern, packten wir unsere Siebensachen in 4 grosse Rucksäcke, welche von den uns angeheuerten Trägern getragen wurden. In afrikanischer Manier
Sonntag, 29. November 2009
...und weiter ging es...
Am Abend in Yfin angekommen, ging es zum village chief (links) und zum regional chief. Hier wurden wir von einem Lehrer, der uns als erster begrüsst hatte, vorgestellt. Man muss sich das so vorstellen, dass dieser Lehrer zwischen den chiefs und uns vermittelte. Wir mussten einen Sprecher für die Gruppe bestimmen und dann darlegen, was unser Anliegen ist. Rund um uns herum hatte sich inzwischen das halbe Dorf versammelt. Schliesslich überreichten wir den chiefs (direkt) Zucker, Seife und anderes, was uns von Kollegen geraten wurde. Unglücklicherweise übergingen wir dabei den vermittelnden Lehrer, was dieser uns umgehend kund tat. Am nächsten Morgen, umringt von Kindern, packten wir unsere Siebensachen in 4 grosse Rucksäcke, welche von den uns angeheuerten Trägern getragen wurden. In afrikanischer Manier
..........Mt. Bintumani
Eigentlich wollten wir vor der Abenddämmerung im Dorf sein, doch nachdem uns drei Dörfer, die ca.20-30min auseinanderliegen, immer wieder gesagt haben, dass Yfin "9 miles" entfernt liegt, haben wirs aufgegeben nach der Distanz zu
fragen, und sind einfach vorsichtig im Dunkeln durchs Gebüsch gefahren!
Mount Bintumani
Freitag, 13. November 2009
House warming party
Endlich nach acht Monaten konnten wir zur house warming party einladen. Insgesamt waren es ca. 40 Leute von meiner Arbeit, der GTZ, der Balanta Academy, dem Guesthouse in dem wir gewohnt hatten und persönlichen Freunden. Höhepunkt der Party war eindeutig, als unser Trommellehrer mit seinem Bruder eine halbe Stunde lang ohne Unterbrechung unsere Gäste begeisterten. Vor allem einige unserer afrikanischen Freunde wachten förmlich auf und begannen dazu zu tanzen (auch Stammestänze). Dies gab uns allen einen kleinen Einblick in die Kultur, in welcher sie aufwachsen.
Neben diesem Highlight gab es auch eine andere Erfahrung, welche wir zusammen mit Freunden diskutierten: Am Ende der Party haben sich einige der Sierra Leonischen Gäste - unbemerkt von Annick und mir - daran gemacht, Getränke und essen in Säcke zu verstauen. Wir fanden es erst heraus, als mich einer von ihnen nach einer Wasserflasche fragte, Annick ihm aber bereits vor wenigen Minuten eine gegeben hatte. Er beteuerte, dass die Flasche schon leer sei, was sich als unwahr herausstellte. Etwas später gingen Annick und ich mit einem Teller Pfandkuchen (kleine Rollen) umher und servierten diese unseren Gästen. Zuerst nahmen die besagten Gäste (dies waren die Angestellten des Guesthouses) eine Rolle. Als wir noch einmal vorbei gingen, griffen sie sich je vier bis fünf Rollen und drückten sich diese in den Mund bzw. - wieder unbemerkt von Annick und mir - legten diese beseite in einen Sack. Ganz ehrlich, die Situation war schon ein wenig unangenehm. Ich fands ziemlich unverschämt, schliesslich gab es genug zu essen und trinken für alle. Dies ist/war einer dieser Momente, in denen mir klar wird, dass mir diese Kultur fremd ist. Die Erfahrung, dass es hier nie genug von etwas gibt, habe ich schon öfters gemacht. Und wenn es dann mal etwas gibt, dann wird versucht, so viel wie möglich davon zu profitieren. Dies ist vielleicht gar nicht mal so unähnlich wie wenn ich in ein all you can eat Restaurant gehe und mehr esse, als ich Hunger habe, nur weil ich das Angebot auschlagen will. Der Unterschied liegt vielleicht darin, dass hier viele Leute darum besorgt sind, sich das tägliche Essen zu beschaffen.
Annick und ich werden morgen zu einer Tour aufbrechen, gemeinsam mit unseren Freunden/Verwandten Theresa und Ray aus Deutschland. Wir wollen den höchsten Berg Westafrikas besteigen, 1950 Meter! Dennoch wirds nicht ganz so leicht wie es scheint, da dieser Berg vollkommen im Dschungel liegt, es keine Wege gibt und man sich Essen für mehrere Tage mitnehmen muss. Natürlich werden wir einen lokalen Führer mitnehmen und auch Träger anstellen. Es soll dort viele Affen, Vögel, Büffel und andere Tiere geben; die Natur dort soll ziemlich unberührt sein. Wir werden spätestens am 22. November wieder zurück sein.
Wir senden Euch warme Grüsse in das kalte Europa
Neben diesem Highlight gab es auch eine andere Erfahrung, welche wir zusammen mit Freunden diskutierten: Am Ende der Party haben sich einige der Sierra Leonischen Gäste - unbemerkt von Annick und mir - daran gemacht, Getränke und essen in Säcke zu verstauen. Wir fanden es erst heraus, als mich einer von ihnen nach einer Wasserflasche fragte, Annick ihm aber bereits vor wenigen Minuten eine gegeben hatte. Er beteuerte, dass die Flasche schon leer sei, was sich als unwahr herausstellte. Etwas später gingen Annick und ich mit einem Teller Pfandkuchen (kleine Rollen) umher und servierten diese unseren Gästen. Zuerst nahmen die besagten Gäste (dies waren die Angestellten des Guesthouses) eine Rolle. Als wir noch einmal vorbei gingen, griffen sie sich je vier bis fünf Rollen und drückten sich diese in den Mund bzw. - wieder unbemerkt von Annick und mir - legten diese beseite in einen Sack. Ganz ehrlich, die Situation war schon ein wenig unangenehm. Ich fands ziemlich unverschämt, schliesslich gab es genug zu essen und trinken für alle. Dies ist/war einer dieser Momente, in denen mir klar wird, dass mir diese Kultur fremd ist. Die Erfahrung, dass es hier nie genug von etwas gibt, habe ich schon öfters gemacht. Und wenn es dann mal etwas gibt, dann wird versucht, so viel wie möglich davon zu profitieren. Dies ist vielleicht gar nicht mal so unähnlich wie wenn ich in ein all you can eat Restaurant gehe und mehr esse, als ich Hunger habe, nur weil ich das Angebot auschlagen will. Der Unterschied liegt vielleicht darin, dass hier viele Leute darum besorgt sind, sich das tägliche Essen zu beschaffen.
Annick und ich werden morgen zu einer Tour aufbrechen, gemeinsam mit unseren Freunden/Verwandten Theresa und Ray aus Deutschland. Wir wollen den höchsten Berg Westafrikas besteigen, 1950 Meter! Dennoch wirds nicht ganz so leicht wie es scheint, da dieser Berg vollkommen im Dschungel liegt, es keine Wege gibt und man sich Essen für mehrere Tage mitnehmen muss. Natürlich werden wir einen lokalen Führer mitnehmen und auch Träger anstellen. Es soll dort viele Affen, Vögel, Büffel und andere Tiere geben; die Natur dort soll ziemlich unberührt sein. Wir werden spätestens am 22. November wieder zurück sein.
Wir senden Euch warme Grüsse in das kalte Europa
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