Samstag, 2. Juli 2011

der Geburtstag nach dem Geburstag

Meine Schwester meinte in einer e-mail gestern, dass Sierra Leone einen langen Geburtstag feiert. Da wollte uns wohl jemand dazu animeren, unseren blog weiterzuführen. Wie ihr wohl alle wisst, haben wir den Geburtstag unseres Micah Nesto Maligba erleben dürfen. Hier in Sierra Leone wird er von den meisten Maligba genannt, weil das ein Stammesname ist und einige Leute auch an Madiba erinnert (so wird Nelson Mandela genannt, Bedeutung: Vater). Alleine in Sierra Leone vermisse ich ihn und Annick mehr als ich gedacht hätte. Nachdem ich 5 Wochen lang in der Schweiz jede längere Pause, jedes Film schauen als eine Erholung vom Eingebundensein in eine junge Familie empfunden habe, steht mir hier so viel Zeit zur Verfügung, dass ich auch mal einen Film anschaue, um mich zu beschäftigen. Skurill, nicht?

Ein kleine Episode aus meinem Arbeitsleben: Anfang Juni war ein Teil unseres Team in Liberia um einer Partnerorganisation ein Training in nonviolent communication anzubieten. Eines Abends in Monrovia, der Hauptstadt von Liberia, teilte uns unser Deputy Director mit, dass er einen Freund treffen werde. Wir gingen in der Zwischenzeit auf die Suche nach einer Basketballhalle und trafen zufälligerweise einen Sierra Leonischen Freund beim Basketballtraining. Um ca. 21.30 Uhr, es regnete stark, meldete sich unser Deputy Director, ob ihn nicht jemand abholen könnte, da er sich ein wenig ausserhalb von Monrovia befinde und es stark regne. Da wir ihn nicht gut verstehen konnten, und sein Stimme ein wenig seltsam klang, entschieden wir uns, alle zusammen zu fahren. Er meldete sich dann alle fünf Minuten per Telefon und war erschreckt zu hören, dass wir alle zusammen kamen (besonders meine Anwesenheit....). Es stellte sich nämlich heraus, dass er ganz schön getrunken haben muss. Schliesslich erreichten wir das Lokal und er stieg ins Auto ein. Ich habe selten so viel gelacht, wie auf der Rückfahrt zu unserer Schlafstelle. Der Director lallte vor sich ihn und meine jüngeren Kollegen verwickelten ihn in interessante und "seriöse" Gespräche. Dabei kam unter anderem heraus, dass er sich schon lange reif fühle für ein sabbatical Jahr und und und. Wir mussten uns zusammennehmen, nicht bei jedem Satz laut los zu lachen.

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