Ich trage weder eine Sonnenbrille, noch einen Sonnenhut, bin nur mit Sonnencreme und Mückenschutzmittel ausgerüstet, obwohl ich bisher nur wenige Mücken gesehen habe, bzw. von ihnen gestochen worden bin. Ich mache dies aus reiner Vorsicht und weil ich viel schwitze. Am liebsten gehe ich luftig bekleidet mit feuchtigkeitsbeständigen Sandalen nach draussen. Da diese Jahreszeit von einer hohen Luftfeuchtigkeit geprägt ist, reibe ich mich gerne tagsüber mit einem Waschlappen ab, um mich zu erfrischen. Doch das Schwitzen gehört momentan zu meinem täglichen Leben wie das Essen, Trinken und Ruhen. Am Morgen verspeise ich mit Vorliebe die köstlich reifen Früchte wie z.B. Bananen, Ananas, Papayas, Mangos. Da wir häufig auswärts essen, lerne ich die einheimische Küche kennen, die ebenso vielfältig ist wie an vielen Orten der Welt. Das Haushalten mit Wasser und Elektrizität ist ein Thema hier. Ich lerne sparsam mit Wasser umzugehen, indem ich z.B. das gebrauchte Wasser anschliessend zum Spülen des WCs benutze.
Wenn wir mit dem Auto in die Innenstadt fahren, kommen mir die Strassen wie ein riesiger Jahrmarkt vor. Die Verkäufer drängen sich an die langsam fahrenden Autos. Auf diese Weise gestaltet sich das Einkaufen ganz einfach, da die Ware durchs Fenster gereicht wird. Die Mehrzahl der Einheimischen geht zu Fuss, einige mit den klapprigen Minibussen oder mit den teilweise recht lädierten Taxis je nach Einkommen. Mit viel Huperei schlängeln sich die Autos an den Menschenmengen vorbei. Manchmal kommt man zu Fuss ebenso schnell vorwärts, doch die tägliche Distanz wäre für Annick und Philipp jeweils für eine Strecke etwa 1,5 h, wobei der schweisstreibende Aspekt vor Beginn der Arbeit mit einzubeziehen wäre.
Am Strassenrand oder auf den Trottoirs, falls vorhanden, befinden sich die Verkaufsstände in allen Variationen. Hier herrscht ein buntes Treiben. Die Frauen tragen noch vorwiegend ihre wunderschönen Gewänder und sehen hinreissend aus. Faszinierend finde ich ihr Gehen mit den Körben oder Plastikschalen auf dem Kopf. Teilweise schleppen sie rechte Lasten mit sich herum und manche haben noch ein Baby auf dem Rücken umgebunden. Sie transportieren auch Eier und Kohle oder Wasserkanister auf dem Kopf. Es gibt auch Männer, die Waren auf dem Kopf tragen, wahrscheinlich um die Hände frei zu haben. Hinter den Ständen sind teilweise sehr einfache Schutzhütten sichtbar, die nur aus Holzstangen bestehen, die durch Wellblech miteinander verbunden sind. Sie stehen auf der roten Erde und ich wundere mich, wie die meisten Menschen trotz dieser Bedingungen sauber gekleidet sind.
Von meinen Erfahrungen mit Schwester Liz, bei der ich an einem Workshop über Traum-Healing einen Tag lang teilnehmen konnte, der sich eine ganze Woche lang hinzog, möchte ich lieber mündlich erzählen. Zum Ausgleich gab ich den teilnehmenden Personen eine Woche später Atemstunden. Bewundert habe ich das Don Bosco Projekt, welches jedes Jahr Strassenkinder zwischen 5-16 Jahren aufnimmt. Bisher sind es nur Jungens, da sie nur einen Schlafsaal haben. Auch von meinem Besuch im Chimpansenpark, den ich sehr genoss, erzähle ich gerne ausführlicher.
Ich fühle mich sehr verwöhnt durch Annick und Philipp. Sie fahren mich herum, lassen mich an ihren Aktivitäten teilnehmen: Musikstunden, Aufnahme eines Songs im Studio, afrikanischer Tanz, Vorstellung von der Arbeit von Caritas anderen Studenten, Mediation zwischen einer Schule und der Polizei, das Baden im warmen Meer, das Ausführen in feine Restaurants. Ein grosses Dankeschön möchte ich Annick und Philipp für ihre liebevolle Aufnahme sagen und dass sie mir hier den Aufenthalt so vielseitig wie möglich gestaltet haben. Ich habe mich so wohl bei ihnen gefühlt, dass ich nur zu einem Besuch nach Sierra Leone animieren möchte.
Sonntag, 6. Juni 2010
Dienstag, 1. Juni 2010
Und wieder mal ein Gasteintrag, Barbara Teil 1
Meine ersten Eindrücke
Gleich bei der Landung kam mir feucht-warme Luft entgegen. Beim Einstieg in den Helikopter, der mich vom Flughafen Lungi zur Innenstadt brachte, goss es aus Kübeln. So gewann ich den Eindruck, dass ich nicht nur durch die Übertragung der Wärme auf den Körper von innen her aufgeweicht wurde, sondern dass von aussen noch nachgedoppelt wurde. Bei der zweiten Landung bereiteten mir Annick und Philipp ein herzliches Willkommen. Ich brauchte mich nicht einmal mehr um mein Gepäck zu kümmern. Ich genoss die ersten Landschaftseindrücke im geräumigen Auto der Caritas bei geöffneten Fenstern, hörte das Rauschen des Meeres und lernte die holprigen Strassen von Freetown kennen. Ich war glücklich, heil angekommen zu sein und gleichzeitig müde, nachdem ich um 5 Uhr morgens bei Verena, die mich zum Flughafen in Zürich brachte, aufgebrochen war und gegen Mitternacht in der nahe liegenden Wohnung am Westrand von Freetown eintrudelte.
Die drei jungen Guards, die besorgt sind um das Wohlergehen der Bewohner im „compound“, fragen bei jeder Begegnung, wie es mir geht und sind neugierig zu hören, welche Erfahrungen ich hier mache. Auch die anderen Menschen, die ich durch Annick und Philipp kennen lerne, fragen als erstes ausführlich nach dem Ergehen. Dabei findet eine auf mich berührend wirkende Geste statt. Nach dem bei uns üblichen Händeschütteln wird die Hand im Handgelenk nach oben gekippt, sodass die Handflächen neu aufeinander treffen. Dann schliesst sich die erste Handstellung nochmals an und am Schluss geht die eigene Hand zum Brustbein. Dieser Abschluss verdeutlicht mir durch die Andersartigkeit und Intensivität, dass ich nach dem gegenseitigen Austausch wieder bei mir ankomme und den anderen Menschen wie zu mir nehme.
Ich bin erstaunt über die direkte und natürliche Offenheit der Menschen, die ich durch Annick und Philipp hier in Sierra Leone kennen gelernt habe. Bei John und Marta, sowie Nestor und Josephine beeindruckte mich ausserdem ihre gelebte Religiosität. Vor und nach jeder grösseren Aktion wird ein kurzes Gebet gesprochen, d.h. vor und nach dem Essen, den Autofahrten, den Meetings.... Für mich ist dieses Innehalten wesentlich, nicht die gesprochenen Worte.
Die herzliche Begegnung mit den Bewohnern eines Eingeborenen-Dorfes, aus dem Nestor und Josephine stammen, ist schier unbeschreiblich. Da für mich die Sprache unverständlich war, lief die Kommunikation nur über Gesten oder das Dolmetschen von Nestor. Schon weit vor dem Dorf fuhren wir auf engen Wegen und hielten jeweils bei jedem Verwandten an, die Nestor nur kurz begrüsste, da es schon dunkel geworden war. Zuerst wurden wir dem Chief vorgestellt. Derweil drängten sich die Bewohner dicht an uns heran, besonders die Kinder wollten uns berühren. Der Empfang gestaltete sich bei Trommelmusik, Gesang und Tanz festlich. Am nächsten Morgen versammelten sich alle bei den Ältesten des Dorfes, wir wurden nochmals vorgestellt und tauschten Geschenke aus. Zu unserer Überraschung erhielten Annick und Philipp eine lebendige Ziege. Diese haben wir mit allen im compound eine Woche später zusammen verspeist. Die Vermieter hatten sie köstlich zubereitet.
Von Annicks und Philipps am Hang gelegener Wohnung geniesse ich immer wieder auf der Terrasse sitzend den Blick aufs Meer bei unterschiedlichen Wetterstimmungen: am Morgen ist häufig eine leicht verschwommene Aussicht durch die feuchte Luft zu beobachten, die sich mit der Zeit auflöst und die Sonne durchstösst. Ein völlig blauer, wolkenloser Himmel ist eher selten. Ich erlebe hier eher einen wolkigen, verhangenen Himmel, der sich häufig verändert, manchmal scheinen dunkle Wolken einen Regenguss vermuten, doch plötzlich sind diese Wolken auch wieder verschwunden. Heftige Regenfälle sind kurz und ergiebig und eher unvorhersehbar. Häufig erlebe ich Wetterleuchten und Gewitter, vornehmlich am Abend oder in der Nacht. Wenn die Sonne untergeht, beobachte ich gerne den sich färbenden Himmel.
Gleich bei der Landung kam mir feucht-warme Luft entgegen. Beim Einstieg in den Helikopter, der mich vom Flughafen Lungi zur Innenstadt brachte, goss es aus Kübeln. So gewann ich den Eindruck, dass ich nicht nur durch die Übertragung der Wärme auf den Körper von innen her aufgeweicht wurde, sondern dass von aussen noch nachgedoppelt wurde. Bei der zweiten Landung bereiteten mir Annick und Philipp ein herzliches Willkommen. Ich brauchte mich nicht einmal mehr um mein Gepäck zu kümmern. Ich genoss die ersten Landschaftseindrücke im geräumigen Auto der Caritas bei geöffneten Fenstern, hörte das Rauschen des Meeres und lernte die holprigen Strassen von Freetown kennen. Ich war glücklich, heil angekommen zu sein und gleichzeitig müde, nachdem ich um 5 Uhr morgens bei Verena, die mich zum Flughafen in Zürich brachte, aufgebrochen war und gegen Mitternacht in der nahe liegenden Wohnung am Westrand von Freetown eintrudelte.
Die drei jungen Guards, die besorgt sind um das Wohlergehen der Bewohner im „compound“, fragen bei jeder Begegnung, wie es mir geht und sind neugierig zu hören, welche Erfahrungen ich hier mache. Auch die anderen Menschen, die ich durch Annick und Philipp kennen lerne, fragen als erstes ausführlich nach dem Ergehen. Dabei findet eine auf mich berührend wirkende Geste statt. Nach dem bei uns üblichen Händeschütteln wird die Hand im Handgelenk nach oben gekippt, sodass die Handflächen neu aufeinander treffen. Dann schliesst sich die erste Handstellung nochmals an und am Schluss geht die eigene Hand zum Brustbein. Dieser Abschluss verdeutlicht mir durch die Andersartigkeit und Intensivität, dass ich nach dem gegenseitigen Austausch wieder bei mir ankomme und den anderen Menschen wie zu mir nehme.
Ich bin erstaunt über die direkte und natürliche Offenheit der Menschen, die ich durch Annick und Philipp hier in Sierra Leone kennen gelernt habe. Bei John und Marta, sowie Nestor und Josephine beeindruckte mich ausserdem ihre gelebte Religiosität. Vor und nach jeder grösseren Aktion wird ein kurzes Gebet gesprochen, d.h. vor und nach dem Essen, den Autofahrten, den Meetings.... Für mich ist dieses Innehalten wesentlich, nicht die gesprochenen Worte.
Die herzliche Begegnung mit den Bewohnern eines Eingeborenen-Dorfes, aus dem Nestor und Josephine stammen, ist schier unbeschreiblich. Da für mich die Sprache unverständlich war, lief die Kommunikation nur über Gesten oder das Dolmetschen von Nestor. Schon weit vor dem Dorf fuhren wir auf engen Wegen und hielten jeweils bei jedem Verwandten an, die Nestor nur kurz begrüsste, da es schon dunkel geworden war. Zuerst wurden wir dem Chief vorgestellt. Derweil drängten sich die Bewohner dicht an uns heran, besonders die Kinder wollten uns berühren. Der Empfang gestaltete sich bei Trommelmusik, Gesang und Tanz festlich. Am nächsten Morgen versammelten sich alle bei den Ältesten des Dorfes, wir wurden nochmals vorgestellt und tauschten Geschenke aus. Zu unserer Überraschung erhielten Annick und Philipp eine lebendige Ziege. Diese haben wir mit allen im compound eine Woche später zusammen verspeist. Die Vermieter hatten sie köstlich zubereitet.
Von Annicks und Philipps am Hang gelegener Wohnung geniesse ich immer wieder auf der Terrasse sitzend den Blick aufs Meer bei unterschiedlichen Wetterstimmungen: am Morgen ist häufig eine leicht verschwommene Aussicht durch die feuchte Luft zu beobachten, die sich mit der Zeit auflöst und die Sonne durchstösst. Ein völlig blauer, wolkenloser Himmel ist eher selten. Ich erlebe hier eher einen wolkigen, verhangenen Himmel, der sich häufig verändert, manchmal scheinen dunkle Wolken einen Regenguss vermuten, doch plötzlich sind diese Wolken auch wieder verschwunden. Heftige Regenfälle sind kurz und ergiebig und eher unvorhersehbar. Häufig erlebe ich Wetterleuchten und Gewitter, vornehmlich am Abend oder in der Nacht. Wenn die Sonne untergeht, beobachte ich gerne den sich färbenden Himmel.
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