Es scheint fast so zu sein, dass unser Hostel den Versuch unternimmt, uns für die nächsten 3 Jahre als Gäste zu behalten. Seit heute gibt es nämlich im ganzen Hostel fliessend Wasser. Wir müssen nun nicht mehr Wasser ins WC leeren, wenn wir dieses benutzt haben, welch Luxus! Und aus dem Wasserhahn beim Waschbecken kommt Wasser! Leider funktioniert aber gerade die Dusche in unserem Zimmer nicht, sodass wir weiterhin das Wasser aus einem Eimer nehmen müssen, um uns zu waschen. Das macht uns aber überhaupt nichts aus, es ist vielmehr schon lange zu einer Gewohnheit geworden, die wir vermutlich in Europa vermissen werden. Denn auch die Einfachheit hat ihre eigene Lebensqualität.
Entwarnung: Annick geht es schon seit Samstag wieder recht gut. So gut, dass sie in der Musicschool ihren ersten Workshop leiten konnte.
Mir geht es gut, ausser dass sich manchmal in meinem Gehirn die Balken biegen, da mir meine Arbeit sehr komplex scheint. So komplex, dass ich Euch ein ander Mal näher darüber berichte, was konkret ich genau mache. Aber um es vorweg zu nehmen, so anspruchsvoll die Arbeit ist, so spannend finde ich sie.
Mit lieben Grüssen aus dem Süden
Dienstag, 26. Mai 2009
Freitag, 22. Mai 2009
Falscher Malariaverdacht!
Bin grad im Bett und erhole mich... Die letzten zwei Tage waren körperlich anstrengend, denn ich habe plötzlich Gliederschmerzen, Kopfweh, Durchfall und auch ein wenig Fieber bekommen. Als es nicht besser wurde, sind wir zum Spital, um einen Bluttest für Malaria zu machen. Hier nehmen die meisten Ausländer bei Verdacht auf Malaria ihr Antibiotikum, ohne vorher einen Bluttest zu machen. Wahrscheinlich, weil die Spitäler zu überfüllt sind oder weil sie kein Vertrauen in die Ärzte haben. Wir waren in einem indischen Spital, und es war leer, da grundsätzlich um 14.00 geschlossen wird. Sie haben den Test aber für mich gemacht. Er fiel negativ aus. Irgendwie war ich froh darüber, und irgendwie nicht, da ich nicht wusste, was ich den jetzt erwischt habe. Ausserdem kann ich, auch bei negativem Test, trotzdem Malaria haben.
Heute gehts mir besser, Gliederschmerzen und Kopfweh sind weg, dafür habe ich Schluckweh bekommen. Durchfall ist noch nicht ausgestanden. Falls ich in den nächsten Tage kein Fieber mehr bekomme, ist es keine Malaria sondern wahrscheinlich eine starke Magen-Darm-Grippe. Oder sonst etwas "gruusiges", dass sich in mir ein Plätzchen gesucht hat.
Im Moment ist es ein wenig eng in unserem Hotelzimmer, Zwitschi gibt gerade Basketballtraining, und ist froh, raus zu können. Es wäre schon langsam Zeit, ein Appartment zu finden. Morgen habe ich einen Musikworkshop, wo ich etwas über Komponieren (Musik und Texte) erzählen soll. Habe mich noch nicht vorbereitet, da ich bis jetzt noch zu platt dazu war. Aber ich hoffe, dass ich morgen einigermassen fit bin, denn ich möchte unbedingt dort sein. Ist sicher sehr spannend! Habe schon heute den ganzen Tag verpasst!
So, dies mein erstes Krankheitserlebnis in Sierra Leone. Alles halb so schlimm.... (ausser man kein Wasser, um das WC zu spülen... hihi)
Seid von Herzen gegrüsst, Annick
Donnerstag, 14. Mai 2009
Dankeschön
Wir möchten uns bei Euch für die zahlreichen positiven Feedback für unseren Blog bedanken. Es ist schön für uns zu wissen, dass Ihr uns auf unserer Reise begleitet und gleichzeitig motiviert es uns, auch weiterhin unsere Erlebnisse in den Blog zu schreiben.
So jetzt gehen wir ausessen in unserem Lieblingsrestaurant namens Mamboo Point!
So jetzt gehen wir ausessen in unserem Lieblingsrestaurant namens Mamboo Point!
Montag, 11. Mai 2009
ein Tag in Freetown
Um 0720 weckt mich mein Mobile. Ich löse das Moskitonetz, welches über unser Bett gespannt ist und ziehe mich an. Heute gibt es Mangos sowie Brot mit Konfi zum Frühstück. Gegenüber von unserem Hotel gibt es einige kleine Läden, die Brot verkaufen. Ich ziehe meine "Latschen" an und trotte über die Strasse. Ein Mann in meinem Alter ruft mir zu, dass er Henry heisst. Ok. Annick und ich geniessen die Mangos und betrachten das Training der Fussballer auf dem Spielfeld vor unserem Balkon. Danch bittet mich Annick, eine mittelgrosse Spinne in unserem Zimmer zu entfernen. Das mache ich auch, nach kurzer Überwindung und werfe die Spinne über unseren Balkon. Leider ist die Spinne nicht dumm; sie fängt sich auf dem Dach unterhalb auf und schon ist sie wieder auf unserem Balkon!
Um 0830 habe ich mich mit einer Mitarbeiterin verabredet, weil wir um 0900 in der Innenstadt an einem Meeting teilnehmen wollen. Um 0830 erhalte ich eine SMS, dass sie erst um 0845 kommt. Ich denke mir schon, dass dies knapp wird, denn ich möchte pünklich sein, schliesslich werden der Justizminister, der Generalanwalt und andere wichtige Leute erwartet. Als es dann 0857 ist, verlässt mich meine Geduld und ich fahre alleine ab. Es ist manchmal echt schwierig damit umzugehen, wenn die Leute nicht zur Zeit da sind und dies auch nicht kommunizieren. Ich bin halt immer noch ein echter Schwitzer. Recht so!
Glücklicherweise hat es noch nicht so viel Stau, also brauche ich nur 15 Autominuten bis ich ankomme. Die Anwaltskammer von Sierra Leone hat dieses Meeting organisiert und es geht um die offizielle Ankündigung eines neues Programmes: Wie in der Verfassung vorgesehen, will die Anwaltskammer - finanziell unterstützt von der UNO - jedem Bürger einen unentgeltlichen Rechtsvertreter zur Verfügung stellen, wenn jemand strafrechtlich verfolgt wird (dies vorallem deshalb, weil Leute teilweise über ein Jahr im Gefängnis sitzen, ohne dass irgend etwas passiert). Obschon ich erst um 0915 ankomme, habe ich genügend Zeit, mich zurecht zu finden, da das Meeting eine Stunde verspätet beginnt. Meine Kollegin kommt noch rechtzeitig an.....
Ich komme gegen 1200 vom Meeting zurück und esse mit Annick im Restaurant, welches zu unserem Hostel gehört. Wir wählen den african dish of the day, was heute Fish stew mit Reis bedeutet. In diesem Stew hat es Fish, gekochte Zwiebelstücke, viel Pfeffer und noch mehr Öl. Danach gehen Annick und ich auf unser kuscheliges Zimmer und spielen Sequence (ein Gesellschaftsspiel). Wer verliert, muss das Geschirr vom Frühstück abwaschen.
Um 1320 gehen wir in unser Office, das sich im gleichen Gebäude befindet. Heute haben wir ein Meeting mit allen Teammitgliedern arrangiert, ausgenommen mein Chef, der in Bo ist. Ziel dieses Meetings ist (Ena, ja auch hier gibt es ein Ziel....) um darüber zu diskutieren, wie wir uns als Team besser organisieren können und ob es ein Bedürfnis nach capacitiy building gibt. Annick leitet unser Brainstorming und wir sind beide über das offene Kommunzieren aller Mitarbeitet erfreut. Und es scheínt so, dass es den anderen auch gut tut, über all die Dinge offen zu sprechen. Danach geht es wieder zurück in unser Zimmer und wir ziehen uns zum Basketball spielen um. Wir treffen uns um ca.!!! 1700 mit anderen Spielern und leiten heute zum ersten Mal ein Training (bisher wurde einfach nur gespielt, der Generalsekretär des Verbandes hat uns nun gebeten, 3 Trainings in dieser Woche zu leiten). Das Training ist ok; die Spieler sind sich nicht gewohnt, die Basics zu trainieren.
Oh ja, was ich vergessen habe: auf dem Weg zum Basketballfeld begegnet uns ein Junge, der mir mitteilt, dass er Annick liebt. Darauf mache ich nur eine Handbewegung im Sinne, dass sie meine Frau ist, worauf er seinem Kollegen aufgeregt erklärt, dass wir verheiratet sind.
Zuhause angekommen, duschen wir uns, indem wir - wie immer - ein Tasse mit Wasser füllen und diese über uns giessen. Jetzt werden wir noch was kleines essen und vielleicht noch einen Film schauen oder lesen. Danach heisst es wieder, Moskitonetz installieren, Räucherstäbchen anzünden (Präventivmassnahme gegen Moskitos) und den Tag Revue passieren lassen. Bis zum nächsten Mal!
Um 0830 habe ich mich mit einer Mitarbeiterin verabredet, weil wir um 0900 in der Innenstadt an einem Meeting teilnehmen wollen. Um 0830 erhalte ich eine SMS, dass sie erst um 0845 kommt. Ich denke mir schon, dass dies knapp wird, denn ich möchte pünklich sein, schliesslich werden der Justizminister, der Generalanwalt und andere wichtige Leute erwartet. Als es dann 0857 ist, verlässt mich meine Geduld und ich fahre alleine ab. Es ist manchmal echt schwierig damit umzugehen, wenn die Leute nicht zur Zeit da sind und dies auch nicht kommunizieren. Ich bin halt immer noch ein echter Schwitzer. Recht so!
Glücklicherweise hat es noch nicht so viel Stau, also brauche ich nur 15 Autominuten bis ich ankomme. Die Anwaltskammer von Sierra Leone hat dieses Meeting organisiert und es geht um die offizielle Ankündigung eines neues Programmes: Wie in der Verfassung vorgesehen, will die Anwaltskammer - finanziell unterstützt von der UNO - jedem Bürger einen unentgeltlichen Rechtsvertreter zur Verfügung stellen, wenn jemand strafrechtlich verfolgt wird (dies vorallem deshalb, weil Leute teilweise über ein Jahr im Gefängnis sitzen, ohne dass irgend etwas passiert). Obschon ich erst um 0915 ankomme, habe ich genügend Zeit, mich zurecht zu finden, da das Meeting eine Stunde verspätet beginnt. Meine Kollegin kommt noch rechtzeitig an.....
Ich komme gegen 1200 vom Meeting zurück und esse mit Annick im Restaurant, welches zu unserem Hostel gehört. Wir wählen den african dish of the day, was heute Fish stew mit Reis bedeutet. In diesem Stew hat es Fish, gekochte Zwiebelstücke, viel Pfeffer und noch mehr Öl. Danach gehen Annick und ich auf unser kuscheliges Zimmer und spielen Sequence (ein Gesellschaftsspiel). Wer verliert, muss das Geschirr vom Frühstück abwaschen.
Um 1320 gehen wir in unser Office, das sich im gleichen Gebäude befindet. Heute haben wir ein Meeting mit allen Teammitgliedern arrangiert, ausgenommen mein Chef, der in Bo ist. Ziel dieses Meetings ist (Ena, ja auch hier gibt es ein Ziel....) um darüber zu diskutieren, wie wir uns als Team besser organisieren können und ob es ein Bedürfnis nach capacitiy building gibt. Annick leitet unser Brainstorming und wir sind beide über das offene Kommunzieren aller Mitarbeitet erfreut. Und es scheínt so, dass es den anderen auch gut tut, über all die Dinge offen zu sprechen. Danach geht es wieder zurück in unser Zimmer und wir ziehen uns zum Basketball spielen um. Wir treffen uns um ca.!!! 1700 mit anderen Spielern und leiten heute zum ersten Mal ein Training (bisher wurde einfach nur gespielt, der Generalsekretär des Verbandes hat uns nun gebeten, 3 Trainings in dieser Woche zu leiten). Das Training ist ok; die Spieler sind sich nicht gewohnt, die Basics zu trainieren.
Oh ja, was ich vergessen habe: auf dem Weg zum Basketballfeld begegnet uns ein Junge, der mir mitteilt, dass er Annick liebt. Darauf mache ich nur eine Handbewegung im Sinne, dass sie meine Frau ist, worauf er seinem Kollegen aufgeregt erklärt, dass wir verheiratet sind.
Zuhause angekommen, duschen wir uns, indem wir - wie immer - ein Tasse mit Wasser füllen und diese über uns giessen. Jetzt werden wir noch was kleines essen und vielleicht noch einen Film schauen oder lesen. Danach heisst es wieder, Moskitonetz installieren, Räucherstäbchen anzünden (Präventivmassnahme gegen Moskitos) und den Tag Revue passieren lassen. Bis zum nächsten Mal!
Samstag, 9. Mai 2009
und wieder Wohnungssuche
Leider, leider hat es nicht geklappt mit der tollen Wohnung, von welcher wir schon berichtet haben. Unsere Freunde in Sierra Leone hat das gar nicht gewundert, weil solche Absagen zur Tagesordnung gehören. Deshalb hiess es heute wieder von Haus zu Haus fahren, aussteigen, small talk führen, das Haus/Wohnung anschauen und dann wird gehandelt. Das Problem ist, dass es nicht all zu viele Wohnungen, die auch genügend gesichert sind, in unserem Preissegment gibt. Nachdem wir es in der Vergangenheit mit Agenten versucht hatten, sind wir dieses Mal mit einer Sierra Leonerin herumgefahren, die wir persönlich kennen. Wir sind einfach durch die Gegend gekurvt, um haben geschaut, ob etwas unbewohnt ausschaut oder haben die Leute auf der Strasse gefragt. Hier in Sierra Leone werden gibt es keine Annoncen im Internet oder in den Zeitungen, deshalb muss man es über die Agenten (die erhalten dann 10% der Jahresmiete) oder auf eigene Hand versuchen. Nach 4 Stunden Wohnungssuche sind wir müde in unser kleines Hotelzimmer gekommen. Immerhin haben wir jetzt um 1800 bereits Strom und damit Airconditioning, was das Relaxen ein wenig komfortabler macht. Normalerweise gibt es in unserem Hotel Strom erst um 1900 bis ca. 2400.
Letzte Woche war es 2-3 Tage hintereinander bewölkt: ein Novum! Ich habe diese Abkühlung sehr genossen. Es ist einfach angenehm, wenn man sich tagsüber draussen bewegt und nicht sofort zu schwitzen beginnt. Es ist merklich, dass die Regenzeit langsam kommt, denn es regnet immer wieder mal für kurze Zeit, dann aber sehr heftig. Als wir vor 2 Wochen in Bo waren, haben wir es richtig gehend genossen, als es zu regnen anfing. Dies deshalb, weil es dort noch heisser als in Freetown ist und zum anderen, weil an diesem Tag das Wasser ausging und wir nicht duschen konnten. Wir gingen deshalb freudig nach draussen, als wir die ersten Regentropfen sahen und nahmen eine Naturdusche. Die Leute in der Nachbarschaft haben natürlich gedacht, dass wir nicht ganz hundert sind. Womit sie wohl nicht mal so falsch liegen...
Anja, ich habe mich riesig über Deinen Anruf gefreut, Danke!
Dienstag, 5. Mai 2009
Kontaktdetails
Wer schon mal mit uns geskypt hat, weiss, dass die Verbindung nicht immer so gut wie in Europa ist. Es besteht aber noch eine andere Möglichkeit neben e-mails und skype mit uns zu kommunizieren, nämlich übers Telefon:
Annick hat folgende Nummern: 0023278481919 oder 0023230650639 und ich habe 0023278331576,
wer es gerne auf skype versucht, kann es mit annicklanglotz und phlanglotz versuchen.
Wir freuen uns auf jede Kontaktaufnahme von Euch, ganz herzliche Grüsse aus dem nahen Westafrika, Philipp
Annick hat folgende Nummern: 0023278481919 oder 0023230650639 und ich habe 0023278331576,
wer es gerne auf skype versucht, kann es mit annicklanglotz und phlanglotz versuchen.
Wir freuen uns auf jede Kontaktaufnahme von Euch, ganz herzliche Grüsse aus dem nahen Westafrika, Philipp
erstes Heimweh!
Heute hat mich ein wenig das Heimweh gepackt! Der Austausch mit Euch Freunden und Familie, die Ruhe und Stille in der Natur, das gemütliche Kafi-Trinken, die Selbstverständlichkeit der Bewegungsfreiheit, das Gefühl der Selbständigkeit, die Aktivität im Job.... ja, ja, hier sehe ich mich mit einigem konfrontiert, was mich in der Schweiz nicht dermassen beschäftigt hat.
Ich kann an mir beobachten, wie stark der Drang oder das Bedürfnis nach Geltung ist, oder das ich "als eigene Person" wahrgenommen werde und nicht als "Ehefrau von Philipp". Es hemmt mich, keine klar definierte "Arbeitsrolle" zu haben. Wer bin ich denn? Annick. Sängerin. Aber das sagt im Bereich "Entwicklungshilfe" nicht viel. Also was noch? Hmmh, ich habe Erfahrung in Management, Leadership und Team-Work. Ahhhh, das klingt gut, sehr wichtig, bla bla bla... Aber damit ist das Problem mit der "Arbeitsrolle" noch nicht gelöst, denn ich bin ohne Job. Aber ich soll auch bei ADDO mitarbeiten, dort, wo Philipp angestellt ist. Will ich das? Unter welchen Umständen, Konditionen?
Hat euch in der Schweiz auch schon jemand gesagt: "Ach, du wirst ganz sicher etwas finden was dich beschäftigt, Volontäre werden immer gesucht!!" Wie fühlt man sich da? Sch.... ein wenig auf alle Fälle. Irgendwie fühlt man sich da nicht viel wert, soll ich drei Jahre Freiwilligenarbeit machen?
Ok , genug lamentiert, ich muss ja selber ein wenig über mich grinsen. Ich habe schon einen kleinen Job und ich werde sogar dafür bezahlt (lokaler Lohn, ganz wenig, aber so wie für alle Einheimischen, dass ist auch gut!). Als Gesangs-und Pianolehrerin an der Musikschule. Aber noch suche ich etwas, wo ich mich mit Herz und Seele reinhängen kann. Wird schon kommen.... Gelassenheit und Geduld! Dafür werde ich wohl nächstes Mal in der Kirche beten!
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