Samstag, 22. Oktober 2011

Maligba der Priester, Philipp der Retter

Kürzlich leitete ich ein 3-tägiges Training in nonviolent communication mit Priestern, welches sich als ein überraschender Höhepunkt meiner Arbeit herausstellte. Das Interesse und die Offenheit der Priester (inklusive Erzbischof), über sich selbst zu reflektieren, hat mich beeindruckt. Wir hatten zusammen auch viel Spass, so z.B. als jemand bemerkte, dass es immer weniger junge Leute gebe, die ins Priesterseminar (Priesterausbildung) gehen. Darauf sprach ich meinen Kollegen Lansana mit leiser Stimme an, dass dies eine Aufforderung für ihn sei. Der Erzbischof, der dies wohl gehört haben muss, lachte und stellte klar, dass er eher an den zükünftigen Rev. Fr. Maligba (3. Vorname von Micah) gedacht habe!!!!!!!!
Sicher aber langsam befinden wir uns im Abschluss unserer Zeit in Sierra Leone, da gewisse Termine mit der AGEH so gelegen sind, dass wir Ende Januar zurück in die Schweiz kommen. Es bleiben uns also noch 3 ganze Monate. Aus meiner Sicht ist es nicht einfach zu erleben, wie meine Organisation seit Monaten in einer internen Krise steckt. Alles, was bisher unternommen wurde, ist die Suspendierung eines Mitarbeiters und die Untersuchung gewisser Bereiche (die Redaktion darf keine weiteren Details nennen) durch Drittpersonen. Während die Führungspersonen unter mächtigem Druck von Aussen stehen und versuchen, sich über Wasser zu halten, fühlen sich die jüngeren Mitarbeiter von ihren Chefs alleingelassen. Die ganze Atmosphäre in unserem Büro ist manchmal derart bedrückend und demotiverend, dass ich mich an gewissen Tagen nach einigen Stunden ebenfalls so fühle. Wie auch immer, letzten Montag anlässlich des generellen Wochenmeetings, in Abwesenheit der Chefs, wurde von meinen Mitarbeitern viel ausgesprochen. Es wurde die dringende Bitte an mich gerichtet, mich für sie einzusetzen, um das Arbeitsleben wieder angenehmer zu gestalten (natürlich inklusive Lohnerhöhung; ein Kollege sagte, dass es sich für USD 100 gar nicht lohne zu arbeiten, wenn man noch Transport und andere Kosten habe). Als ich Klärung wollte, warum sie mich dafür bitten, meinte meine Kollegin, dass ich ihr Retter (saviour) sei, da ich ihre Herausforderungen im Arbeitsalltag besser kenne als die Chefs und sich sonst niemand für sie einsetze. Bei dem Wort Retter, sackte ich symbolisch im Stuhl zusammen, um anzudeuten, welcher Druck damit verbunden ist. Meine Kollegen verstanden und baten mich dennoch, mich für sie stark zu machen. Ich habe ja noch 3 Monate Zeit.......

Sonntag, 16. Oktober 2011

Cou cou!


Es ist grad 4 Uhr morgens bei uns, ich kann irgendwie überhaupt nicht schlafen (zuviele Themen, die mich beschäftigen) und da hab ich doch gedacht, dass es nicht schaden kann, wieder ein paar Fotos auf den Blog zu tun. Vor allem ist die Internetverbindung ziemlich gut, da ja die meisten am schlafen sind und somit das Netz nicht überlastet ist... (eigentlich ideal, vielleicht sollte ich das zu meiner Routine machen, um vier Uhr morgens meine Mails zu beantworten...) Bei euch in der Schweiz ist es jetzt "sächsi", und ein paar werden wohl schon aufgestanden sein (die Frühaufsteher! und Fleissigen! Grins). Euch allen einen schwungvollen Morgen!