Sonntag, 21. Februar 2010

Sierra leonische Einblicke






Im Moment läuft grad das Internet gut, d.h. ich werde jetzt gleich für euch eine kleine, kunterbuntgemischte Bilderreihe auf den Blog aufzuladen versuchen. Viel Spass!

Donnerstag, 18. Februar 2010

Essen

Was machen, wenn das gekaufte Brot hart ist oder die Bananen so weich, dass sie beinahe schon ein Muus sind? Annick und ich haben uns rasch dazu entschlossen, in Sierra Leone kein Essen wegzuwerfen, weil es zu viele Menschen gibt, die hungern. Der Hunger zeigt sich nicht unbedingt in Form von aufgeplähten Bäuchern von Kindern (wie man es vielleicht von früheren Bildern in Äthiopien kennt), sondern ist häufig auf den ersten Blick nicht sichtbar. Mehr als die Hälfte der Menschen, ich glaube sogar um die 70 % der Menschen sind unterernährt in Sierra Leone. Eine Folge daraus ist, dass ein 14-jähriges Kind wie ein 10-jähriges Kind aussehen kann. 
Also wieder zurück zu unserem Entschluss, essen nicht in den Abfall zu werfen. Gestern beispielsweise gab ich Paul, dem 9-jährigen Sohn der Köchin unserer Vermieter - er wohnt mit seiner Mutter auf dem Compound - ein halbes Brot, das schon ziemlich hart war. Als er es ausgepackt hatte, begannen seine Augen zu leuchten und er strahlte mich an. Was bleibt einem da zu sagen? Eine Durchmischung von Scham, dass ich selber das Brot nicht schätze und Freude, den kleinen Paul so strahlen zu sehen. Ein mal mehr eine Situation, die zu komplex ist, als das mein Verstand eine "Lösung" finden könnte.

Dienstag, 16. Februar 2010

Ethanol Plantagen in Sierra Leone (SCHWEIZER FIRMA!!)

Hallo ihr Lieben,
Zur Zeit gibt es grad einen grossen Protestschrei:
Theresa hat uns aus Deutschland ein Mail weitergeleitet, in dem folgendes steht:
"Die staatliche deutsche Entwicklungsbank DEG will in Sierra Leone ein 240 Millionen Euro-Projekt zur Produktion von Ethanol für den Export nach Europa finanzieren. Damit bei uns die Autos mit Agrosprit fahren können, droht den Menschen in Sierra Leone noch mehr Hunger. Auf ihrem Land will die schweizer Firma Addax Bioenergy riesige 
Zuckerrohrplantagen und eine Ethanolfabrik errichten."
Naja, ich bin grad nicht so stolz auf die Schweiz!! Falls ihr Interesse habt, ich habe ein Mail, wo man für den Protest "unterschreiben" kann (oj oj, mein Deutsch wird schlechter, sorry, aber ich bin grad nicht so auf Grammatik und Wortschatz -Kurs) oder ich habe längere Berichte mit mehr Infos. Werde mal schauen, ob ich sie irgendwie auf den Blog laden kann (ein Bericht ist von Jean-Claude Pecelet, Le Temps, Addax Bioenergy Sierra Leone). 
Es würde mich freuen, wenn Ihr euch dafür interessiert und allenfalls auch in der Schweiz schlaumacht, wenn ihr mehr Infos kriegt, könnt ihr uns gerne was weiterschicken. Ich werde mal die Ohren offen halten, wie es hier weitergeht!!

Im Moment bin ich voll mit Arbeit, die Ballanta hat mich als Admin consultant angestellt, die Acting Principal wird für 6 Wochen nach Amerika gehen und Kitty (die Frau, welche die Ballanta aufgebaut hat und lange Principal war) wird gemeinsam mit mir und dem Team die anfallenden Aufgaben übernehmen. Für später steht aber, dass ich, wenn die Principal weg ist, die Stellvertretung übernehme. Soviel zu grossen News!! Hihi! Ausserdem hat unser Accountant gekündigt auf Ende Monat, d.h. jemand neues einarbeiten, und das, obwohl ich selber neu bin (der Accountant steht unter meiner Aufsicht). Ausserdem gibts diesen Samstag ein Benefit Konzert am Strand für Haiti, wo unter anderem Groovy Colours (meine neue Jazz Band) auftreten wird. Im Moment habe ich mich in ein Restaurant zurückgezogen, um in Ruhe zu versuchen, den Arbeitsberg zu verkleinern. Die Ruhe tut gut... smile.. erstes Telefon, süss, der Accountant (der alte) fragt, ob ich ok bin...bin halt spät dran 9.30, aber habs gebraucht..nun werde ich in 20min (afrikanische...hihi) zur Schule runterdüsen (ist 5min zu Fuss entfernt). 

Ganz herzlich warme Grüsse aus Freetown,
Annick