Montag, 31. August 2009

Fortsetzung... und neues Abenteuer!

So, es ist Montag und die Temperaturen sind feucht-warm.... so dass die Kleider grad so schön kleben!!!
Also Fortsetzung vom Konzert am Sonntag: Ich bin dann am Sonntag noch zu einem Gesangswettberwerb-Finale à la "Wer wird Superstar?" gegangen, wo ich Ernest (den "vermissten" Pianisten) getroffen habe (er war ganz cool, konnte mich nicht anrufen, weil sein Natel keine Batterie hatte und meine Nummer nicht auf seiner Pinkarte gespeichert war, und zur Probe kam er nicht, weil sein Schneider seine Kleider für eine Hochzeit nicht bereit hatte und er dort wartete, aber no problem und sorry sorry). Ach ja, am Morgen schrieb mir David, der Percussionist noch, dass er Ernest am Telefon hatte und dieser am Sonntag Abend zum Konzert kommen würde. Er schrieb auch: "Stay calm"..... Waaaahhhh, wie soll man da bloss noch cool bleiben?
Wie auch immer, es geht immer, und so waren wir letztlich auch im Seminarzentrum, halbe Stunde zu spät (wobei das egal war, da die Teilnehmer auch zu spät kamen, so no stress), zusätzlich mit einem Saxophonisten, der in der Balanta auch für das Equipment zuständig ist und viel Verantwortung trägt. Wir haben unser erstes Set gespielt, war ok, etwas unsicher, mit Fehlern da wir ja quasi nicht geprobt hatten.
Bei zweiten Set bin ich dann schon mehr in Fahrt gekommen, ich dachte, nach dieser ganzen Geschichte möchte ich jetzt meinen Spass haben und mit austoben. Die Band liess sich mitreissen und so war unsere Performance letztlich nicht schlecht und hat auch Spass gemacht.

Noch kurz mein neues Abenteuer: Heute bin ich von unserer neuen Wohnung los, um zum Seminarzentrum zu gelangen. Ich habe zum ersten Mal fast alle hier in Freetown Stadt möglichen Fortbewegungsmittel für einen Weg benutzt:
1. Zuerst zu Fuss, da heute irgendwie viel zu wenig Taxis unterwegs waren und ganz viele Leute am Strassenrand auf Verkehrsmittel warteten.
2. Auf dem Weg (d.h. ich habe sogar Autos überholt, da Stau war), gabs dann grad ein freies Plätzchen für mich in einem Taxi.
3. Unterwegs machte es "KLACK" und das Taxi fing an zu stottern. Kabel kaputt, alles aussteigen!
4. Ok, wieder zu Fuss unterwegs. Dabei habe ich immer wieder Gesellschaft, man spricht zusammen, sagt hallo, etc..
5. Ein freiwilliger Begleiter hat mich dann in ein Pota-Pota hineinmanövriert, d.h. ein kleines Büsschen, dass mit Personen vollgestopft ist (ca.vier Bänke mit vier bis fünf Personen...)
6. Dieses liess mich an einer Kreuzung raus, da es nicht bis zu meiner Destination fuhr. Ok, on the road again.
7. Ich versuchte es noch mit  Taxis, doch heute sollte es einfach nicht klappen, darum...habe ich ein Okada (Motorradfahrer) gestoppt und mich noch das letzte Stück fahren lassen...

What a day! Eine gute Stunde unterwegs und viele Erfahrungen reicher!!
Seid von Herzen umarmt, Annick

Sonntag, 30. August 2009

Vorbereitung zum ersten Konzert in Sierra Leone...

Guten Morgen allerseits, ist schon eine Weile her, dass ich im Blog geschrieben habe. Heute mache ich es aus reinem Selbstzweck, da ich grad ein wenig Frust ablassen will, und Philipp grad nicht zur Verfügung steht, grins! Es ist 8.45 und ich kann seit einer Stunde nicht mehr schlafen, mein Allerliebster liegt noch gemütlich im Bett (ist auch gemütlich, denn draussen regnet es unablässig). Also meine kleine Geschichte:
Drei oder vier Wochen vor meinen Ferien, haben wir in einem Trio angefangen, Jazz, Swing, Soul etc. zu spielen/üben. Zwei Sierra Leoner und ich. Motiviert wie ich war (bins grad im Moment nicht, aber wird schon wieder kommen), habe ich beim Koordinator von Philipps Organisation unser Trio angepriesen und der hat uns dann gleich für eine Willkommensparty bei eine Seminar eingestellt. Heute wird dies sein!!!! Und wie haben wir uns vorbereitet??? Nachdem ich das wusste, habe ich bei den Proben gepusht, dann ging ich in die Ferien (ich fragte sie, ob sie selbständig zu zweit weiterüben könnten, Antwort: "No Problem", Resultat: Es wurde nix gemacht), hatte dieses Abenteuer mit den Flügen und bin am Dienstag Abend angekommen. Am Donnerstag nachmittag wollten wir (oder vielleicht nur ich, die Kommunikation ist nicht grad einfach) lange üben, um 16.00 haben wir abgemacht, da waren die zwei letztlich um 16.45 und der Pianist Ernest erzählte mir dann, dass er in 15min mit einem anderen Projekt unbedingt üben müsste (heute ist das Finale von einem Gesangswettbewerb). Aha! Schön, am Telefon konnte er mir das ja nicht sagen!
Ok, zweiter Versuch: Freitag um 11.00. Dann konnten wir grad mal dreissig Minuten üben, und dann waren wieder die Wettbewerbler dran.
Ok, letztmöglicher Versuch für eine Probe: Samstag um 10.00. Ich bin um 10.20 dort, David, der Percussionist, ist um 10.30 da. Wir warten auf den Pianist Ernest. Wir rufen ihn an. Sein Telefon geht nicht. Wir warten. Wir gehen kurz die verschiedenen Stücke durch, damit David ungefähr weiss, wie sie sich anhören (einen kleinen Teil haben wir schon vor den Ferien gemacht, aber viele noch gar nicht). Wir warten. Versuchen Ernest zu erreichen. Nichts. Zwei Stunden später gehe ich frustriert nach Hause. Ich habe Ernest bis jetzt nicht erreicht. Irgendwie wird es wohl gehen, es geht immer irgendwie, aber es ist ziemlich ziemlich anstrengend....
Eine regnerische Umarmung aus Freetown und Fortsetzung folgt....

Donnerstag, 27. August 2009

Am Ende einer Odyssee.....

die uns über Lyon, Casablanca (mit Übernachtung), Accra (Ghana, ebenfalls mit Übernachtung) und schliesslich nach Freetown geführt hat, sind wir mit 1 1/2 Tagen Verspätung in der neuen alten Heimat angekommen. Die Verzögerung wurde durch einen Streik von Air Maroc ausgelöst, wodurch unser ursprünglicher Flug nach Casablanca gestrichen wurde und wir erst am Sonntagabend Lyon verlassen konnten. Irgendwie haben wir es gelassen genommen, da es nichts zu verpassen gab (wir sind ja noch 2 1/2 Jahre hier) und wir an solche Verzögerungen in Sierra Leone langsam gewohnt sind. Es war interessant zu sehen, dass Accra viel entwickelter ist als Freetown. So gibt es dort 3 spurige Strassen, besser gebaute Häuser, an vielen Orten Verkehrstafeln, Strassenbeleuchtung usw.
Bei unserem "alten" Hotel angekommen, wurden wir äusserst herzlich vom Hotelpersonal und meinem Team begrüsst. Es war wie ein Heim-Kommen. All die Dinge, die vor gut 6 Monaten noch fremd waren, hatten einen vertrauten Charakter.Einer freute sich besonders, unser Freund Valentine, der jeweils unsere Wäsche besorgte. Er meinte, er habe dies und uns so vermisst und fragte dann auch gleich, ob wir Wäsche zu waschen haben (um auch ein wenig Geld zu verdienen).

In den letzten 3 Wochen muss es anscheinend so stark geregnet haben wie schon lange nicht mehr. Leider wurden ganze Häuser und Mauern weggeschwemmt und es gab einige Tote. Zum Regen noch folgende Anekdote: Sierra Leone arbeitet schon seit den 70er Jahren an einem Wasserdamm, mit Hilfe dessen das ganze Land mit Strom versorgt werden soll. Nach dem Krieg hat die Regierung - mit finanzieller Unterstützung der Weltbank - dieses wichtige Projekt erneut in Angriff genommen. Als wir im März ankamen, hiess es, dass der Damm Ende April fertig gestellt werden sollte. Als dieses Datum verstrich, liess die Regierung verlauten, dass man nun auf den Regen warten müsse, damit der Damm gefüllt werde, also Juli, August. Nun wärend der heftigen Regenfälle teilte die Regierung mit, dass es nicht genügend Wasser habe und der Damm daher erst im Dezember in Betrieb genommen werde..........

Heute werden wir den Schlüssel unseres Appartements abholen und am Samstag dann einziehen.

Wir haben die 3 Wochen Ferien in Nimes sehr genossen, insbesondere die reiche Zeit mit Familie und Freunden. Danke fürs Kommen!!!

Und für meine liebe Schwester Ena: Pieps!