Montag, 10. Januar 2011

JAHRESRÜCKBLICK 2010: SIERRA LEONE



Teil 1
Liebe Familie und Freunde
Das neue Jahr hat schon eine Weile angefangen, und Philipps und mein Vorsatz, einen Jahresrückblick über das letzte Jahr zu schreiben ist wieder in den Hintergrund gerückt...
Sobald wir hier ankamen, haben uns wieder ganz andere Sachen beschäftigt oder in der Freizeit waren wir einfach zu faul.
Heute werde ich versuchen, einen Anfang zu riskieren, wir werden ja sehen, wie weit ich komme. Die Internetverbindung, die parallel läuft, ist gleich null im Moment, was eine gute Voraussetzung für meinen Bericht auf Word ist, da ich nicht dauernd abgelenkt werde mit Mails schreiben oder anderes.

Im Januar letzten Jahres waren meine Eltern in Sierra Leone. Gemeinsames Weihnachten und Neujahr feiern in warmen Gefilden, mit Meeresausblick, im T-Shirt, einer Holzfigur als Weihnachtsbaum und z.T. Schweissperlen auf der Stirn. Eine spezielle Erfahrung, denn ich habe gemerkt, wie mir die Dunkelheit fehlt (auch in der Vorweihnachtszeit), die Kälte (die einen sich zurückziehen lässt, in die Wohnung, in sein eigenes Inneres), das Ruhig-werden. Dadurch dass man aus seinem gewohnten Rahmen schreitet, merkt man, wie sehr man sich an diesen Rahmen gewöhnt hat, und auch, was man daran mag, und was nicht. Es war schön, meine Eltern hier in Sierra Leone zu Besuch zu haben, denn so konnte ich meinen Alltag, meine Lebensumstände mit Ihnen teilen und wenn ich jetzt erzählen, haben sie ein ganz anderes Verständnis und Bild als vorher.

Dann die Entscheidung, Ende Januar für eine Weiterbildung von Philipp nach Berlin zu gehen: Wir waren im August 2009 in Europa, und langsam machte sich in uns auch eine gewisse Erschöpfung und ein Bedürfnis nach Luftwechsel breit. Also war eine Weiterbildung gerade eine gute Möglichkeit! Berlin in der Kälte, wir in einem Hotel, ca. 10Tage, war für Philipp sicher etwas anstrengender als für mich, da er den Kurs besuchte, aber letzten Endes war es für uns beide eine kleine Erholung!

Im Januar war nach Gesprächen mit Kitty (Ballanta Academy of Music) abgemacht worden, dass ich nach meiner Rückreise aus Berlin bei der Ballanta als admin consultant eingestellt werden sollte, d.h. sie wollten von mir wissen, was nicht so gut läuft und Verbesserungsvorschläge erhalten (dies war die ursprüngliche Idee). In Zusammenarbeit mit der Wells Cathedrale School in England sollte eine neue Organigramm Struktur von Ballanta erarbeitet werden, da es einige Probleme in der Schule gab. Bis jetzt gab es einen Acting Principal (Joseryl), einen Accountant (damals noch Ernest), einen Senior Teacher (Leslie), einen Admin assistant (Charlie) und einen Messanger (Nelson). Und alle waren direkt unter dem Principal angeordnet. Das gab u.a. bei finanzielle Abläufen Probleme, da die ganze „Macht“ innerhalb der Ballanta Strukturen, beim Principal lagen (ausser der Accountant sagte was, was man hier einmal tut und danach, wenn nichts geschieht, um den Friedens willen nicht mehr). Nur das Board (eine Art Vorstand) war oberhalb des Principals und traf sich einmal pro Monat.
Teil 2 wird später folgen....

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