Heute war ich den ganzen Tag auf dem "Feld". Mit meinem Kollegen Lansana (Field Officer) habe ich eine Gemeinde (Waterloo) besucht, die ca. eine Autostunde von Freetown entfernt liegt. Die Justice and Peace Commission, für welche ich arbeite, hat sich zum Ziel gesetzt, in jeder Gemeinde ein Justice and Peace Committee zu gründen, welches sich der alltäglichen Probleme im Bereich Konflikte, Zugang zum Rechtssystem, Korruption etc. annehmen soll. Unsere Aufgabe als Commission besteht darin, diesen Prozess zu initiieren, zu begleiten und bei Bedarf Trainings anzubieten. In jeder Gemeinde bestimmen die Mitglieder des Committees, mit welchen Themen sie arbeiten wollen. Das Committee in Waterloo haben wir vor 2 Wochen geformt, das Thema das sie angehen wollen lautet: Konflikte in den Familien. Der heutige Tag diente dazu, mehr über dieses Thema herauszufinden. Wir interviewten insgesamt 4 Gruppen (Jugendliche, Frauen, Lehrer, Kinder) und bei den meisten kam heraus, dass das Vertrauen zwischen den Familienmitgliedern seit dem Krieg sehr klein ist. Hinzu kommt die Polygamie bei den Muslims und die verbreitete eheliche Untreue bei den Christen. Keine einfach Aufgabe, das Vertrauen wieder neu zu bilden!
Solche"Field visits" sind meistens sehr eindrücklich. Als wir zu einer katholischen Schule kamen, schrien alle Kinder: Father (Priester). Weiss gleich Priester. Gott sei dank ist es noch nicht so weit bei mir. Es fällt sehr schnell auf, dass die Kinder in der ländlichen Gegend keine Berührungsängste haben. Sie kommen sofort auf uns zu, nehmen uns an den Händen etc. Interessant war heute auch wieder zu beobachten, dass es so etwas wie Mittagspause, Mittagessen nicht gibt. Wir gingen von einem Interview zum nächsten. Lansana und unser Fahrer Kalon tranken nichts und hätten auch nichts gegessen, wenn ich ihnen nicht eine Banane und ein paar Guätzlis gegeben hätte. Es ist hier nicht ungewöhnlich, nur einmal pro Tag zu essen.
Heute wurde den ganzen Tag nur Krio gesprochen und da ich meistens nur Fragen zu stellen hatte, habe ich mein Bestes gegeben und auch versucht Krio zu sprechen. Ihr könnt Euch etwa vorstellen, wie es klingt, wenn ein Deutscher in einem Tal wie dem Glarnerland zu Bauern spricht und dies alles auf Schweizerdeutsch. I no easy oh (it is not easy).
Donnerstag, 29. Oktober 2009
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miss you, I want more!
AntwortenLöschendas ist spannend. habe vielen bei unserem familientreffen in oberbayern von eurer arbeit erzählt und die adresse gegeben. jule möchte gerne nach afrika. sie ist im mai fertig mit der matur.
AntwortenLöschenwir sind in einem guten dialog, mediation privée. trotzdem fehlt ihr uns, beide
love m.