Samstag, 4. April 2009

Ein Junge namens Mohammed

Als wir letzte Woche einmal Basketball spielen gegangen sind, haben wir auf einmal am Seitenrand des Spielfeldes einen ca. 10-jährigen Jungen gesehen, der sich am Boden vor Schmerzen gekrümmt hat. Neben ihm sassen andere Spieler (in unserem Alter), die den Jungen aber nicht beachteten. Als ich den Jungen sah, wusste ich im ersten Moment nicht, ob ich etwas tun sollte. Denn als Weissnase empfinde ich es manchmal als sehr delikat, wenn ich in etwas eingreife, was mich vielleicht nichts angeht oder von dem ich nichts verstehe. Ich habe mich dann entschieden, ihn einfach zu fragen, was passiert und ob er ok sei. Habe mich ziemlich hilflos gefühlt, als er nicht geantwortet hat. Ich habe dann einen Spieler daneben gefragt, was passiert sei und er hat mir gesagt, dass ein älterer Spieler dem kleinen Jungen in den Bauch geschlagen habe, weil er von diesem geärgert worden sei. 
Ich habe mich später mit Annick über diese Situation ausgetauscht und wir haben beide für uns festgestellt, dass es nicht einfach ist, wie sich in diesen Situationen zu verhalten. 
Gestern waren wir wieder einmal auf dem Basketballplatz und ich habe für mich ein wenig gedribbelt. Neben mir standen mehrere kleine Jungen und auf einmal kam einer von diesen auf mich zu und sagte: Philipp, willst Du wissen, wie ich heisse? Ich habe geantwortet: klar. Mit strahlenden Augen sagte er darauf, dass er Mohammed heisse und dass er der Junge sei, der letzte Woche auf dem Boden gelegen habe. Die Art und Weise, wie er mir dies sagte, hat mich berührt.

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