Sonntag, 6. Juni 2010

Barbaras Gastbeitrag Teil 2

Ich trage weder eine Sonnenbrille, noch einen Sonnenhut, bin nur mit Sonnencreme und Mückenschutzmittel ausgerüstet, obwohl ich bisher nur wenige Mücken gesehen habe, bzw. von ihnen gestochen worden bin. Ich mache dies aus reiner Vorsicht und weil ich viel schwitze. Am liebsten gehe ich luftig bekleidet mit feuchtigkeitsbeständigen Sandalen nach draussen. Da diese Jahreszeit von einer hohen Luftfeuchtigkeit geprägt ist, reibe ich mich gerne tagsüber mit einem Waschlappen ab, um mich zu erfrischen. Doch das Schwitzen gehört momentan zu meinem täglichen Leben wie das Essen, Trinken und Ruhen. Am Morgen verspeise ich mit Vorliebe die köstlich reifen Früchte wie z.B. Bananen, Ananas, Papayas, Mangos. Da wir häufig auswärts essen, lerne ich die einheimische Küche kennen, die ebenso vielfältig ist wie an vielen Orten der Welt. Das Haushalten mit Wasser und Elektrizität ist ein Thema hier. Ich lerne sparsam mit Wasser umzugehen, indem ich z.B. das gebrauchte Wasser anschliessend zum Spülen des WCs benutze.

Wenn wir mit dem Auto in die Innenstadt fahren, kommen mir die Strassen wie ein riesiger Jahrmarkt vor. Die Verkäufer drängen sich an die langsam fahrenden Autos. Auf diese Weise gestaltet sich das Einkaufen ganz einfach, da die Ware durchs Fenster gereicht wird. Die Mehrzahl der Einheimischen geht zu Fuss, einige mit den klapprigen Minibussen oder mit den teilweise recht lädierten Taxis je nach Einkommen. Mit viel Huperei schlängeln sich die Autos an den Menschenmengen vorbei. Manchmal kommt man zu Fuss ebenso schnell vorwärts, doch die tägliche Distanz wäre für Annick und Philipp jeweils für eine Strecke etwa 1,5 h, wobei der schweisstreibende Aspekt vor Beginn der Arbeit mit einzubeziehen wäre.

Am Strassenrand oder auf den Trottoirs, falls vorhanden, befinden sich die Verkaufsstände in allen Variationen. Hier herrscht ein buntes Treiben. Die Frauen tragen noch vorwiegend ihre wunderschönen Gewänder und sehen hinreissend aus. Faszinierend finde ich ihr Gehen mit den Körben oder Plastikschalen auf dem Kopf. Teilweise schleppen sie rechte Lasten mit sich herum und manche haben noch ein Baby auf dem Rücken umgebunden. Sie transportieren auch Eier und Kohle oder Wasserkanister auf dem Kopf. Es gibt auch Männer, die Waren auf dem Kopf tragen, wahrscheinlich um die Hände frei zu haben. Hinter den Ständen sind teilweise sehr einfache Schutzhütten sichtbar, die nur aus Holzstangen bestehen, die durch Wellblech miteinander verbunden sind. Sie stehen auf der roten Erde und ich wundere mich, wie die meisten Menschen trotz dieser Bedingungen sauber gekleidet sind.

Von meinen Erfahrungen mit Schwester Liz, bei der ich an einem Workshop über Traum-Healing einen Tag lang teilnehmen konnte, der sich eine ganze Woche lang hinzog, möchte ich lieber mündlich erzählen. Zum Ausgleich gab ich den teilnehmenden Personen eine Woche später Atemstunden. Bewundert habe ich das Don Bosco Projekt, welches jedes Jahr Strassenkinder zwischen 5-16 Jahren aufnimmt. Bisher sind es nur Jungens, da sie nur einen Schlafsaal haben. Auch von meinem Besuch im Chimpansenpark, den ich sehr genoss, erzähle ich gerne ausführlicher.

Ich fühle mich sehr verwöhnt durch Annick und Philipp. Sie fahren mich herum, lassen mich an ihren Aktivitäten teilnehmen: Musikstunden, Aufnahme eines Songs im Studio, afrikanischer Tanz, Vorstellung von der Arbeit von Caritas anderen Studenten, Mediation zwischen einer Schule und der Polizei, das Baden im warmen Meer, das Ausführen in feine Restaurants. Ein grosses Dankeschön möchte ich Annick und Philipp für ihre liebevolle Aufnahme sagen und dass sie mir hier den Aufenthalt so vielseitig wie möglich gestaltet haben. Ich habe mich so wohl bei ihnen gefühlt, dass ich nur zu einem Besuch nach Sierra Leone animieren möchte.

2 Kommentare:

  1. Wunderschöne Beiträge von Barbara! Hier in Frankfurt verblasst das sierra leonische Leben so schnell und ich merke erst durch solche Geschichten, wie sehr mir Sierra Leone fehlt und wie bereichernd das Leben dort war! All die Anstrengungen und Schwierigkeiten sind in meiner Erinnerung schon fast vergessen und ich kann nur sagen: Annick und Philipp, wenn ihr mal wieder genervt und müde seid, denkt daran, wie schnell die Zeit vorbei gehen kann und genießt euer Leben in sweet Salone! Ganz liebe Grüße aus Frankfurt, Angelina

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  2. hello


    I know you are very busy aber ihr habt seit Mai nichts mehr eingetragen!!!!!! Habe heute Gutschi und Nicole auf der Werdinsel gesehen, mit ihrem Baby. Ein richtiger Glarner...;).
    Liebe Grüsse aus dem heissen Züri

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